SmartCard Workshop des SIT

15.03.2013

Bereits zum 23. Mal veranstaltete das Darmstädter Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) am 6. und 7. Februar 2013 den SmartCard Workshop. Hinter diesem recht unverfänglichen Titel verbirgt sich eine wahrlich hochkarätige Veranstaltung, auf der in diesem Jahr in 22 Vorträgen die Themen ausgeleuchtet wurden, die derzeit Forscher und Anbieter von SmartCards (Chipkarten) beschäftigen. Der Workshop ist dabei zum einen sicherlich ein Szenetreffen, auf der anderen Seite aber einfach ein Forum, auf dem alle Interessierten ein Wissens-Update zum Thema SmartCard abholen können.

Größter Antreiber der SmartCard Entwicklung ist seit längerem der Staat. Der neue Personalausweis, die Gesundheitskarte und die geplante "intelligente Vernetzung" der Stromversorgung (SmartGrid) sind jeweils Anwendungsfälle für SmartCards der neuesten Generation. Gemeinsam ist diesen Anwendungsfeldern, dass sie keinesfalls vollständig abgegrenzt und fertig definiert sind, sondern sowohl die Technik als auch die Politik vor immer neue Herausforderungen stellen.

Sorgen, auch wenn das nur hinter vorgehaltener Hand kundgetan wurde, bereitet dabei derzeit vor allem die geplante "EU-Verordnung über elektronische Identitäten" in ihrer derzeit vorliegenden Form. Während man sich in Deutschland und einigen anderen Ländern um ein technisch und organisatorisch hohes Niveau für die elektronische Identität und das Umfeld an Diensten und Leistungen bemüht, droht Europa derzeit das bereits erreichte Niveau zugunsten der heiligen EU-Kuh "Wettbewerb" zu verwässern.

Auf Anbieterseite ist vor allem NFC (near field communication) das Thema der Stunde. NFC Chips, die mittlerweile zur Ausstattung hochwertiger Smartphones gehören, haben grundsätzlich die gleichen (Sicherheits-)Eigenschaften wie eine SmartCard. Während eine SmardCard jedoch grundsätzlich einen Leser benötigt, der sie induktiv mit Strom versorgt, kann ein NFC Chip grundsätzlich beide Rollen (Leser oder Karte, vgl. hierzu auch das letzte Heft des Sicherheits-Berater, S. 76 f.) übernehmen. Vor allem das mit NFC mögliche kontaktlose Bezahlen macht diese Technik zu einem ganz heißen Eisen für Banken und den Telekommunikations-Sektor.

Fazit: Der Workshop war (und ist künftig) auch für nicht SmartCard-Entwickler hochinteressant. Es gibt nur wenige Veranstaltungen, auf denen derart erlesene Referenten den Zuhörer auf aktuellen Stand bringen. Der 24. SmartCard Workshop ist für den 5. und 6. Februar 2014 geplant.


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