SECURITY: Besucherrückgang durch DSGVO-Werbebremse?

15.10.2018

Probleme sollte man nicht schönreden, sondern sie analysieren und sich um Lösungen bemühen. Und manchmal sind die sogenannten Probleme gar keine, sondern durchaus Teil eines Erfolgs. Der Sicherheits-Berater meint dabei z. B. den Besucherrückgang auf der SECURITY 2018. Gegenüber der vorigen Veranstaltung 2016 kamen knapp 4.000 Besucher weniger auf die Messe.

An den beiden letzten Tagen der Messe hat der Autor dieser Zeilen eine sicherlich nicht wissenschaftlich fundierte Erklärung für dieses Phänomen bei einigen Ausstellern gefunden, die über Besucherrückgang klagten. Er unterhielt sich dabei mit sieben Ausstellern über deren Werbepraxis. Alle sieben Befragten, ohne Ausnahme, gaben zu, weniger Einladungsmails an ihre Kunden oder an potenzielle Interessenten geschickt zu haben. Behutsames Nachfragen ergab, dass ihnen die Marketingabteilung nur einen Bruchteil an Mailadressen für die Besucherwerbung zur Verfügung gestellt hatte.

Warum das so ist, und warum das mit Sicherheit auch bei mehr als den zufällig ins Gespräch genommenen sieben Ausstellern der Fall war, lässt sich auch erklären: Gerade mittelständische Unternehmen sind durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zutiefst verunsichert worden. Einer der sieben Aussteller holte seinen Marketingleiter zu unserem Gespräch hinzu. Ergebnis: Das Marketing hat, wie alle anderen auch, versucht, von fast 15.000 Mailadressen des eigenen Adressenstamms das Opt-in zu bekommen, also die Genehmigung, die Adresse weiter benutzen zu dürfen. Knapp über 3.000 Empfänger des Firmen-Newsletters gaben ihre Einwilligung, nachdem man sie zwischen Dezember 2017 und Mai 2018 zum Teil mehrmals angeschrieben hatte. Knapp 12.000 Adressen durften somit für die Messewerbung nicht mehr genutzt werden. Ein Dienstleistungsunternehmen im Rheinland hat sein Werbepotenzial von über 35.000 Adressen auf knapp über 7.000 Mailadressen reduziert.

Hinzu kommt natürlich auch, dass Bosch, Siemens, Honeywell, Securiton etc. das Feld der Halle 3 geräumt haben. Wie man aus den Unternehmen hört, hat die Beteiligung an der Light & Building in Frankfurt bislang aber nicht zu Jubel über Umsatzzahlen geführt. Einer der Großen wird auch nicht zurückkommen können, denn er hat sich von wesentlichen Teilen seiner Sicherheitsprodukte getrennt und der Erwerber hat inzwischen überraschend Produkte abgekündigt und Fortentwicklung sowie Wartung wurden eingestellt. Es dürfte schwer sein, das Kundenvertrauen wiederzugewinnen.

Zum Erfolg der Messe zählt, dass die Qualität der Besucher seit Jahren zunimmt. Auch die Verweildauer auf den Ständen ist stark gestiegen. Das spricht für hochwertige Fachgespräche. Die SECURITY wurde 1974 als FACH-Messe konzipiert, was sie dann ja auch wurde. Wer auf diese Messe geht ist lösungsorientiert. Die Zahl der Messebesucher aus dem Ausland ist von 32 Prozent 2016 auf 40 Prozent in diesem Jahr gestiegen. Die Zahl der Tütensammler und Werbegeschenkeschnorrer tendiert gegen null.

: : : Rainer von zur Mühlen : : :


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