Bitte auch 2019 kritisch bleiben.

15.01.2019

Liebe Leserinnen und Leser, vom Fall Relotius haben Sie wahrscheinlich gehört: Ein mit Journalistenpreisen hochdekorierter Reporter des SPIEGEL namens Claas Relotius hatte seine Beiträge frei erfunden. In der Publizistik sorgte der Fall für Aufsehen, nein, für ein Beben. Er wurde von zahlreichen Medien angeprangert, analysiert und kommentiert. Schließlich muss sich der Journalismus heute des unberechtigten Vorwurfs (traditionell von extrem rechts) erwehren, "Lügenpresse" zu sein, sieht sich also in einer permanenten Verteidigungshaltung.

Die dreiste Täuschung von Relotius war nur möglich, weil das, was Journalisten und Bewunderer als "Schreibe" bezeichnen, zum Maßstab für Qualität wurde. Und da dieser Skandalreporter eben so schön stimmungsvoll schreiben konnte, hat sich lange Zeit niemand mehr die Mühe gemacht, einmal nachzurecherchieren, ob das, was er da schreibt, auch den Tatsachen entspricht. Man wollte das so ausgesprochen schön Formulierte ganz einfach glauben. "Narrative Verführung" nannte irgendein Kommentator das dahinter liegende Prinzip treffend.

Wir lernen daraus: Erlogene Beiträge setzen stets auch die Gutgläubigkeit des Lesers voraus. Will sagen: Bleiben Sie als Leser auch 2019 bitte kritisch und lassen Sie sich kein X für ein U vormachen. Denn was beim SPIEGEL die narrative (erzählende) Reportage ist, ist in der Sicherheits-publizistik der als Fachbeitrag verkaufte und nicht als solcher kenntlich gemachte PR-Text – oder auch das auftraggebergetriebene Studienergebnis.

Nicht schlecht ist es übrigens stets, sich aus erster Hand zu informieren. Damit laufen Sie auch gar nicht erst Gefahr, Opfer des Stille-Post-Prinzips zu werden (A liefert B eine Information, der sie an C verfälscht weitergibt, der wiederum D … usw.). Sie glauben ja gar nicht, wie viele "Nachrichten" der Sicherheitspublizistik auf diese Weise verbreitet, verwässert und umgedeutet werden! Auch bietet sich die Teilnahme an Veranstaltungen an, bei denen man den Informationsquellen sozusagen Auge in Auge gegenübersitzt.

Und jetzt eine hiermit als Werbung kenntlich gemachte Empfehlung: Sollten Sie an der Frage interessiert sein, in welche Richtung sich die klassische IT- und RZ-Infrastruktur entwickelt, kann ich Ihnen das Bonner Innovationsforum "Next Level IT Infrastructure" (www.bonner-innovationsforum.de) mit der programmatischen Aussage "Die IT-Strategie von morgen – vom obersten OSI-Layer bis zum Betonfundament" am 3. und 4. April 2019 empfehlen. Hier treffen Sie nicht nur auf die referierenden oder die Veranstaltung besuchenden Redakteure des Sicherheits-Berater, sondern auf viele weitere Experten, die zur IT-Avantgarde zählen – weshalb die Veranstaltung auch im Bonner Kunstmuseum stattfindet. Und sollten Sie sich bis 31. Januar 2018 zur Teilnahme entschließen, profitieren Sie von einem Frühbucherrabatt in Höhe von 50 Euro.

Im Namen des Verlags mitsamt Redaktionsteam und der Unternehmensgruppe von zur Mühlen wünsche ich Ihnen für 2019 nur das Allerbeste!

: : : Bernd Zimmermann : : :


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