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Editorial

Es bleibt bei „Sicherheits-Berater“

Ausgabe 13/2021
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Ausgabe 13/2021
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Liebe Leserinnen und Leser,

der Sicherheits-Berater bleibt der Sicherheits-Berater – und wird nicht in Sicherheits-Beratender, Sicherheits-Berater:In oder Sicherheits-BeraterX umbenannt. Gleichwohl können auch weibliche Autoren oder Gastautoren im Sicherheits-Berater publizieren.

Neulich sprach mich ein Leser (einer mit männlichen Geschlechtsorganen, um genau zu sein) an auf ein Interview, das ich mit einer im Beruf erfolgreichen Dame, einer Sicherheitsverantwortlichen, geführt hatte. Ihm war aufgefallen, dass bestimmte Begriffe wie „Mitarbeiter“ oder „Kollegen“ darin auftauchten, ohne gegendert worden zu sein. „Nun“, antwortete ich, „die Dame sprach im O-Ton tatsächlich von ‚Mitarbeitern‘ und ‚Kollegen‘ und nicht z. B. von ‚Mitarbeiter:Innen‘.“ Es gab also aus meiner Sicht keinen Anlass, hier zu gendern. Den gibt es auch sonst kaum: Die Mehrheit der Bevölkerung, Tendenz steigend, lehnt „gendersensible Sprache“ schlicht und ergreifend ab. Auch Frauen sprechen sich mehrheitlich dagegen aus. Frauen mit ausgesprochen entwickeltem Sprachgefühl ganz besonders oft. Kostprobe Elke Heidenreich (Journalistin, Moderatorin, Publizistin): „Wenn ich Künstler sage, meine ich alle Künstler.“ (zitiert nach SPIEGEL Kultur, 3.6.2021). Kostprobe Nele Pollatschek, Schriftstellerin: „Gendern macht die Diskriminierung nur noch schlimmer“ (zitiert nach DER TAGESSPIEGEL, 30.8.2020). Rieke Hümpel (Autorin): „Wieso dürfen Menschen ohne jegliches Sprachgefühl so viel Einfluss haben? Das darf nicht Erfolg haben!“ (zitiert nach WELT, 24.2.2021). Kostprobe Birgit Kelle – mit dem Hinweis, dass die Dame als ziemlich rechtskonservativ gilt: „Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will“ (gleichnamiger Untertitel ihre Buches „GENDERGAGA“).

Im Deutschrap wird ganz anders gegendert: „Bitches“ als Bezeichnung für Frauen gehört hier schon zum guten Ton. Also, liebe Femi-nisten jeglichen Geschlechts, wenn Sie etwas für Gleichberechtigung tun wollen, laufen Sie lieber Sturm gegen die Songtexte von Hip-hopmusikern und Deutschrappern (einfach einmal K.I.Z., SSIO, Farid Bang, Gzuz oder Kollegah plus lyrics googeln). Die mag ich hier gar nicht zitieren, so frauenverachtend sind die teilweise.

Sicherheitsberaterin oder Sicherheitsberater ist übrigens ein Beruf. Den haben früher fast ausschließlich Männer ausgeübt und heute erfreulicherweise immer mehr Frauen. Sicherheitsberater ist man als Mann oder als Frau auch nachts und im Schlaf. Sicherheitsberatende oder -beratender ist man nur im konkreten Dialog mit dem Kunden. Also auch diese Art des Genderns mittels substantiviertem Partizip scheint mir nicht zielführend zu sein.

Es gibt sicher noch viel zu tun auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, aber lasst uns unsere Sprache, die so schöne Begriffe kennt wir Leserin, Abonnentin, Sicherheitsberaterin – ohne Stern und Gedöns! Das Gendersternchen wird ohnehin vom Rat für

deutsche Rechtschreibung abgelehnt. Und wenn wir Sie hier und da einmal als Leser bezeichnen, ohne explizit Ihr Geschlecht dabei herauszustellen, so sehen Sie uns das bitte nach.

Schwerpunkte:

Ausgabe 13/2021

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