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Editorial

Sicherheitsrisiko Weltuntergang

Ausgabe 20/2019
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Ausgabe 20/2019
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Liebe Leserinnen und Leser,

die wohl wichtigste Erkenntnis von Sicherheitsverantwortlichen lautet sinngemäß wie folgt: „Je wahrscheinlicher ein Sicherheitsrisiko, desto dringlicher Gegenmaßnahmen.“ Der am 24. September veröffentlichte Sonderbericht des Weltklimarates über die Ozeane und die weltweiten Eis- und Schneevorkommen strotzt nur so von Risikoeinschätzungen mit hohen oder höchsten Wahrscheinlichkeiten.

Virtually certain“, „extremely likely“ oder „very high confidence“ – so beschreibt der Weltklimarat zahlreiche Sicherheitsrisiken mit drastischen Folgen für die
Menschheit. „Extremely likely“ steht z. B. für eine Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 Prozent. So gibt es am Anstieg des Meeresspiegels infolge der Eisschmelze in
Grönland und der Antarktis keinen Zweifel mehr. Solche Sicherheitsrisiken mit Folgen nicht nur für Küstenstaaten würden jeden Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen oder Behörden in akute Herzinfarktgefahr bringen. Der Weltklimarat (offiziell IPCC, also Intergovernmental Panel on Climate Change)
ist nicht irgendein lobbygetriebenes Weltverbesserungsinstitut. Er dokumentiert im Auftrag von 195 Regierungen die Angaben von Tausenden von Wissenschaftlern, die die Auswirkungen des Klimawandels analysiert haben. Übrigens erkennen die Regierungen die wissenschaftlichen Aussagen der IPCC-Berichte an. Dieser IPCC legte nun am 24. September einen bereits länger angekündigten Sonderbericht über den Einfluss des Klimawandels auf Eismassen und Ozeane vor. Darin hat er seine eigenen Analysen aus einem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel von 2018 noch einmal aktualisiert – zum Negativen hin. Diverse Medien haben das wie folgt überschrieben: „Die Erde versinkt in Wasser und Salz“ (DIE ZEIT), „Eindeutige Fakten, verheerende Aussichten“ (Tagesschau), „Mayday! Mayday! Mayday!“ (F. A.
Z.) usw. usw. Das sind alles keine Deppen, sondern Journalisten, die in Originaldokumente auch gern einmal hineinschauen statt nur, wie heute vielfach üblich, verkürzende Summarys und Abstracts aus dritter Quelle zu lesen.

Greta Thunberg – man kann sie bewundern oder bedauern – argumentiert in ihrer berühmten Wutrede am gleichen Tag ebenfalls auf Basis von Wahrscheinlichkeiten: „Die beliebte Idee, unsere Emissionen in zehn Jahren zu halbieren, gibt uns nur eine 50-prozentige Chance, unter 1,5 Grad zu bleiben, und das Risiko, irreversible Kettenreaktionen auszulösen, die sich der Kontrolle des Menschen entziehen.“ Ihre sichtbare Verzweiflung dürfte auch jeden Sicherheitsverantwortlichen befallen. Dann nämlich, wenn er von seinem Vor-gesetzten aufgefordert wird, doch bitteschön eine Münze zu werfen, um die Investition in dringend erforderliche Sicherheitsmaßnahmen genehmigt zu bekommen. Nur geht es hier nicht um das Wohl und Wehe eines einzelnen Unternehmens, sondern um die Menschheit: „Die Menschen leiden, sie sterben, ganze Ökosysteme brechen zusammen.“ (Greta Thunberg)

Der IPCC Report steht auf www.ipcc.ch/srocc/download-report/ zum Herunterladen bereit. Wer darin etwas über wissenschaftlich analysierte Wahrscheinlichkeiten zum Klimawandel erfahren möchte, der gebe als Suchwort „likely“ oder „confidence“ ein.

Schwerpunkte:

Ausgabe 20/2019
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