Der Mythos „Wir sind zu klein, um ein Ziel zu sein“ kostet den deutschen Mittelstand Millionen – zumindest potenziell. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen Data Breach Reports 2026 von Baobab Risk Solutions, einem der führenden europäischen Anbieter für die Absicherung digitaler Risiken.
So zeigt die Analyse von über 10.000 Angriffsoberflächenscans sowie über 50.000 geleakten Datensätzen und aktuellen Schadensfällen einen Riss durch die deutsche Sicherheitslandschaft: Während Großunternehmen ihre digitalen Türen zunehmend verriegeln, stehen sie im Mittelstand oft noch weit offen. Denn viele kleinere Unternehmen schützen ihre personenbezogener Daten nicht ausreichend. Die Daten von Baobab Risk Solutions zeigen dabei einen klaren Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Schutzniveau:
- 53 Prozent der Unternehmen mit weniger als 5 Millionen Euro Umsatz setzen keine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ein – bei Unternehmen über 50 Millionen Euro Umsatz sind es sogar nur 28 Prozent.
- Kleine Unternehmen weisen mit 12,7 Prozent doppelt so viele kritische Schwachstellen auf wie Großunternehmen mit 6,23 Prozent.
- Pro Unternehmen finden sich durchschnittlich 18 kompromittierte Zugangsdatensätze im Darknet; bei einzelnen Unternehmen waren es bis zu 400 individuelle Passwörter.
„Unsere Daten zeigen: Die Attraktivität bemisst sich nicht am Firmenlogo, sondern an der Verwundbarkeit und dem Datenschatz. Da KI-gestützte Tools die Kosten für Angriffe massiv gesenkt haben, lohnt sich für Kriminelle selbst der Einbruch bei Kleinstunternehmen. Bei Schadenssummen von durchschnittlich 134 Euro pro Datensatz wird ein Cyberangriff für den Mittelstand schnell zu einer existenziellen Krise, die weit über die IT hinausgeht“, erläutert Andrew Saula, Head of Cybersecurity und Incident Response bei Baobab.