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SECURITY, EUDEX und etwas Vorgeschichte

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Vorbemerkungen
Ich liebe die SECURITY. Ich bin ihr schon vor ihrer ersten Veranstaltung 1974 verbunden gewesen und habe sie immer geschätzt. Im Sommer 1972 rief mich nämlich ein Herr Grossmann an. Er war der Vater des Gedankens, eine Sicherheitsmesse in Essen zu organisieren. Als Bereichsleiter der Messe Essen hatte er angefangen, Menschen zu suchen, die ihm etwas über die Eigenheiten der Branche sagen sollten, denn die ersten Gespräche mit von ihm ausgesuchten Gesprächspartnern hatten Bauchlandungen erlitten.

Damals noch begegnete man dem Thema Sicherheit nämlich nur konspirativ. Es galt der Grundsatz, dass man über ein so sensibles Thema eigentlich nur im vertrauten Zirkel von Kollegen und nur mit gesenkter Stimme sprechen sollte. Gegen diesen Grundsatz hatte ich eklatant verstoßen, indem ich 1972 meine Diplomarbeit über Computer-Kriminalität im Luchterhand-Verlag veröffentlicht hatte. In der Arbeit hatte ich es gewagt zu sagen, dass es künftig Spionage und Sabotage per Computer geben würde. Man kann sich kaum vorstellen, wie ich damals angefeindet wurde. Selbst der Präsident des BfV sprach von einem „Junker aus Bonn, der das Geschäft mit der Angst macht!“ Er kolportierte die Überzeugung, dass man Computer gar nicht manipulieren könne. Die Dinger seien viel zu komplex.

Andere hingegen, wie der Geschäftsführer des Handelsblatt-Verlages, Wilhelm Zundler, hatten die Brisanz des Themas erkannt. Er beauftragte mich sofort mit der Gründung eine Sicherheitszeitschrift. Das wurde der heute noch erscheinende Sicherheits-Berater.

Es gab aber keine „Sicherheitsbranche“, und bei den großen Unternehmen wie Siemens wusste auch kaum jemand, an wen man sich wenden sollte. Ich wunderte mich nicht, denn das Sicherheitsthema war damals wie heute überwiegend mittelständisch strukturiert. Zwei Tage später saß Herr Grossmann in meinem Büro.

Ich hatte schon ein Arbeitspapier gemacht, wie ich mir eine Sicherheitsmesse vorstellte. Dabei baute ich auf meinem Planungskonzept für die Fachzeitschrift Sicherheits-Berater auf. Für mich waren die Sicherheitsverantwortlichen, die ich in den Unternehmen kennengelernt hatte, ein merkwürdiges und schwer ansprechbares Völkchen. Sie taten immer sehr geheimnisvoll. Man bekämpfte daher damals auch heftig die Gründung meiner Zeitschrift. Ein Sicherheitschef aus dem Ruhrgebiet sagte sogar, es wäre großartig, dass der Mühlen so weltfremd und größenwahnsinnig sei, dass er das Blatt zweimal im Monat erscheinen lassen wolle. „Da geht ihm nach drei Ausgaben der Stoff aus!“ hieß es.

Ich erwartete auch für die Messe solchen Gegenwind. Grossmann war erstaunt, als ich ihm erklärte man müsse die Messe ohne zu viel Kontakt im Vorfeld mit den potentiellen Besuchern und sogenannten Sicherheitsexperten vorbereiten. Wenn man das Konzept bei potenziellen Ausstellern zu verwerben beginnt, muss es ein Paukenschlag sein, um die Sicherheitsverantwortlichen zu überraschen und auf ihre Neugier zu setzen.

Über ein bereits im Aufbau befindliches Archiv von Sicherheitsprodukten strukturierten wir nun problemlos und schnell die technischen Themen der künftigen Messe, sammelten Adressen von Lieferanten und Ansprechpartnern bei den künftigen Ausstellern. Die SECURITY war geboren. Am ersten Messetag erschien auch das erste Heft des Sicherheits-Berater.

Außenbereich der Messe während der SECURITY
Bildquelle: K. Reckert


SECURITY 2026
Trotz meiner emotionalen Bindung zu dieser Messeveranstaltung ist die Firmengruppe VZM gegenwärtig kein Aussteller bei diesem alle zwei Jahre stattfindenden Event. Wir waren es lückenlos bis Corona. 2024 und 2026 gab es zwei Gründe, nicht auszustellen. Die Auftragslage macht es uns unmöglich, wie in der Vergangenheit bis zu acht Mitarbeiter eine knappe Woche aus Planung und Beratung abzuziehen. Denn sie ist einfach zu gut. Als Besucher waren unsere Mitarbeiter natürlich auf der Messe.

Aber ein kleines Bißchen muss ich doch auch mal meckern. Die SECURITY erholt sich nach Corona. Die Messe hat sich in diesem Jahr gegenüber 2024 optisch und strukturell verbessert. Sie hat nicht mehr die Größe und Zahl der Aussteller und Besucher, die sie in ihren Hochzeiten hatte. Die wird sie vermutlich auch nicht wieder erlangen. Aber das Aussteller- und das Besucherverhalten hat sich ebenfalls stark verändert.

Katalog: Schom bei der Messe vor zwei Jahren, war es ein Kunststück für Besucher, an einen gedruckten Messekatalog zu kommen. Klar, viele haben sich daran gewöhnt die Messeapp auf dem Handy zu haben. Aber Menschen z. B. mit einem Augenfehler haben schon gewaltige Probleme, die Krümelschrift zu nutzen. Am Morgen des Donnerstag der Messe gab es nicht einmal im Pressezentrum einen Katalog. Sparen am falschen Ende. Die Flyer der Hallen mit den Ständen und ihrer Nummer einerseits und die Listen der Aussteller andererseits verschafft keine schnelle Übersicht. Im Katalog hatte man alles auf einen Blick, sah welche Firmen sich in der Nachbarschaft eines ausgewählten Ausstellers befand. Und so konnte man zügig die Kontakte abarbeiten. Am Donnerstag meines Besuchs habe ich also nur etwa die Hälfte meiner angestrebten und früher selbstverständlichen Kontakte wahrgenommen.

Bildquelle: Schuchrat Kurbanov/©️MESSE ESSEN GmbH


EUDEX: Viel Lärm um wenig: Das Bemühen der Messe, durch eine parallele Messe mit verwandtem Thema, die EURO DEFENCE EXPO, Boden gut zu machen, war nicht erfolgreich. Man hat nicht die passenden Aussteller einwerben können, was zu erwarten war. Beispiel: Einen Logistikausrüster, der einige Regalmodule zeigt, wird die Kundschaft dort nicht suchen. Und der Kunde wird schon gar nicht dafür zur Messe anreisen. Gut für die erholsame Ruhe am Stand, dass man das Interesse überschätzt hatte. Die Kollegen standen nicht allein auf ihren Ständen, sondern konnten sich unterhalten. Andere arbeiteten an ihren Laptops und schrieben Angebote, die sie sonst aus dem heimischen Büro bearbeitet hätten. Vorteil: Sie waren mangels Besuchern ungestört.
Peinlich war die Inszenierung der Sicherheit der EUDEX mit Vorab-Akkreditierung, Taschen- und Zutrittskontrolle. All das weckte Erwartungen, die nachher beim Gang über die Messe nicht befriedigt werden konnten. Der Berliner in mir sagt: „Maul uffjerissen aba keen Zahn drin!“

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