Die aktuelle Studie „Stärkung der CISO-Rolle im Zeitalter von KI zeigt laut Gigamon, dass „Hybrid AI“ CISOs vor wachsende Herausforderungen bei Transparenz, Sicherheit und Governance stellt. 76 Prozent der weltweit befragten CISOs sehen mangelnde Transparenz als zentrale Hürde für den sicheren Einsatz hybrider KI-Lösungen. 80 Prozent nennen unzureichende Governance bei nicht autorisierter KI-Nutzung als größte Herausforderung für die Datensicherheit. Die Veröffentlichung beleuchtet, wie die zunehmende Vernetzung von KI-Modellen, Anwendungen, Daten und Infrastrukturen neue Risiken schafft.
Wie zuvor bei der Cloud setzen Unternehmen auch bei KI zunehmend auf eine Kombination verschiedener Modelle – von Frontier– und Open-Weight-Modellen bis hin zu spezialisierten und lokal gehosteten (On-Premises Lösungen.
Die entstehende sogenannte Hybrid AI kann mehr Auswahl und Flexibilität bieten, setzt aber zugleich neue Verbindungen zwischen Modellen, Anwendungen, Infrastrukturen und Unternehmensdaten voraus. Der Bericht betont, dass damit auch neue Herausforderungen entstehen. So geht aus der Befragung von mehr als 300 CISOs weltweit hervor, dass mit zunehmender KI-Nutzung auch die Zahl KI-bezogener Sicherheitsvorfälle sowie Transparenzprobleme und Governance-Hürden steigen. Unternehmen wollen für jede Anwendung die passende KI einsetzen können. Diese Flexibilität setzt jedoch voraus, dass sie ihre KI-Umgebung transparent überblicken und kontrollieren können. Dafür müssen CISOs wissen, welche KI-Systeme eingesetzt werden, über welche Berechtigungen diese verfügen, wie sie mit Anwendungen und Daten interagieren und was entlang dieser Verbindungen geschieht.
Der Report zeigt, wie weit Governance und KI-Nutzung bereits auseinanderliegen: Unter den deutschen Organisationen, die im vergangenen Jahr einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, berichten 82 Prozent von KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen. 33 Prozent berichten vom Abfluss interner Daten in KI-Systeme, 30 Prozent von nicht autorisierter KI-Nutzung. Auch auf globaler Ebene zeigt sich Handlungsbedarf: Sieben von zehn CISOs weltweit sehen auf Führungsebene ein mangelndes Verständnis für Best Practices in der IT-Sicherheit. Dadurch könnte die KI-Einführung schneller voranschreiten als die dafür erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen. Entsprechend wird die Schließung dieser Lücke wichtiger: 41 Prozent der CISOs zählen ein besseres Verständnis der Risiken und Chancen von KI auf Vorstandsebene zu ihren wichtigsten Sicherheitsprioritäten für die kommenden zwölf Monate.
Schließlich können die Risiken auch sehr persönliche Auswirkungen haben: So befürchtet mehr als jeder vierte CISO, nach einem schwerwiegenden Cybervorfall seinen Job zu verlieren. Das verdeutlicht die wachsende Verantwortung von CISOs, die Innovation und Sicherheit beim KI-Einsatz miteinander in Einklang bringen müssen.
Für 76 Prozent der CISOs weltweit stellt die eingeschränkte Transparenz bei KI-getriebenem Datenverkehr eine große Hürde für die sichere Einführung und Nutzung von KI dar. 45 Prozent priorisieren eine bessere Transparenz über KI-getriebene Datenflüsse in hybriden Cloud-Infrastrukturen. Gleichzeitig investieren Unternehmen weiterhin stark in Sicherheitstechnologien. 88 Prozent der CISOs weltweit setzen neue Tools ein, um die Erkennung von Sicherheitsvorfällen und die Transparenz zu verbessern. Dennoch nehmen Sicherheitsvorfälle weiter zu: 76 Prozent der deutschen Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr eine Sicherheitsverletzung – ein Anstieg um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zusätzliche Tools allein scheinen damit noch nicht den nötigen Kontext für zunehmend komplexe IT-Umgebungen liefern zu können.
Die Studie weist auf Transparenzlücken in mehreren kritischen Bereichen hin:
- Incident Response: Nur 27 Prozent der CISOs weltweit geben an, dass ihr Unternehmen bei einem Sicherheitsvorfall innerhalb von 72 Stunden die Ursache identifizieren und den Normalbetrieb wiederherstellen kann. Bei anderen C-Level-Führungskräften liegt dieser Anteil bei 48 Prozent, was auf eine deutliche Diskrepanz zwischen operativer Realität und der wahrgenommenen Resilienz auf Führungsebene hinweist.
- East-West-Datenverkehr: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der CISOs sieht den lateralen East-West-Verkehr
https://en.wikipedia.org/wiki/East%E2%80%93west_traffic
als einen Bereich mit besonders hohem Risiko für Sicherheitsverletzungen. Mit der zunehmenden Kommunikation zwischen KI-Modellen, Anwendungen, KI-Agenten, Daten und Infrastrukturen über verteilte Umgebungen gewinnt dieses Thema stärker an Bedeutung. - Verschlüsselter Datenverkehr: Für 86 Prozent der CISOs ist Transparenz über verschlüsselten Datenverkehr entscheidend für die Vorbereitung auf Post-Quantum Computing (PQC). 89 Prozent sind zudem der Ansicht, dass eine bessere Transparenz über verschlüsselten Datenverkehr dazu beitragen könnte, Cyberversicherungsprämien zu senken.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Hybrid AI gewinnen bestimmte technische Voraussetzungen für CISOs an Bedeutung. Dazu gehören der Zugriff auf präzise netzwerkbasierte Telemetriedaten und eine umfassende Transparenz über Daten während ihrer Übertragung. Netzwerkbasierte Telemetriedaten wie Pakete, Flows und anwendungsbezogene Metadaten ergänzen Metriken, Events, Logs und Traces (MELT) um zusätzlichen Kontext.
Methodik
Der Bericht basiert auf einer CISO-spezifischen Auswertung des „2026 Hybrid Cloud Security Report“, der übergeordneten Gigamon-Studie zur Hybrid-Cloud-Sicherheit. Für den Report wurden die Antworten der 307 befragten CISOs aus der Gesamtstudie ausgewertet. Die Umfrage zur Hybrid-Cloud-Sicherheit 2026 wurde von Gigamon in Auftrag gegeben und in Zusammenarbeit mit Vitreous World durchgeführt. Die Daten basieren auf einer Online-Umfrage, die vom 16. bis 17. Februar 2026 unter 1.023 IT- und Security-Verantwortlichen in Australien, Frankreich, Deutschland, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den USA durchgeführt wurde. Unter den Befragten befanden sich 307 CISOs.
Vollständiger Report „Stärkung der CISO-Rolle im Zeitalter von KI“ (PDF)