Grundanforderungen an die Sicherheit von E-Fahrzeugen

15.03.2020

Im Sommer 2019 informierte die Renault-Gruppe über Sicherheitsmechanismen zum sicheren Betrieb dieser Fahrzeuge auch bei Schadensfällen bzw. Unfällen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der bereits realisierten bzw. geplanten Maßnahmen. Es ist davon auszugehen, dass sich Sicherheitsstandards in den nächsten Jahren weiter entwickeln und möglicherweise standardisiert gefordert werden.

Im Einzelnen sind dies:

  1. Jedes Elektrofahrzeug sollte ein Überwachungssystem der Batterien an Bord haben. Dieses Batterie-Management-System sollte Temperaturanstiege frühzeitig erkennen und danach zu einer unverzüglichen Abschaltung der Energieübertragung (in Abhängigkeit der Verkehrssituation) führen. Es sollte verhindert werden, dass es zu einem vollständigen Batteriebrand kommt.
  2. Zwischen Fahrwerk und Batterie hat Renault zwei wärme-empfindliche Bauteile platziert, welche im Brandfall schmelzen und somit einen Zugang für die Kühlung (Wasser) zur Batterie schaffen (System "Fireman Access"). Ziel ist es, möglichst schnell an das Batteriesystem zu kommen.
  3. Des Weiteren hat Renault den "Service Plug" entwickelt. Es ist ein Trennsystem, welches den Feuerwehrleuten ermöglicht, die Batterie elektrisch zu isolieren. So kann Personen im Auto z. B. nach Auffahrunfällen geholfen werden, ohne sich der Gefahr potenzieller Verletzungen durch vagabundierende Ströme im Fahrzeug auszusetzen.
  4. Auch soll ab 2020 ein Merkblatt mit allen notwendigen Eigenschaften des Fahrzeuges (u. a. Standort der Batterie, der "Service-Stecker" oder die Lage der elektrischen Kabel) und den Maßnahmen bei Unfällen und Schäden entwickelt werden, welches direkt im Fahrzeug vorgehalten wird, aber auch elektronisch von den Feuerwehrleuten auf deren Kommunikationsgeräte geladen werden kann. Ein "Code"-Aufkleber an der Windschutz- und Heckseite soll dabei helfen.

Vergleichbare Sicherheitseinrichtungen werden auch von anderen Herstellern in deren Elektrofahrzeuge eingebaut. Die Adam Opel AG hat ähnliche Maßnahmen in einer Präsentation für Feuerwehren unter Mitwirkung ihrer eigenen Werkfeuerwehr erstellt. Letztlich müssen aufgrund der relativ neuen Technologie weiter Erfahrungen gesammelt und identifizierten Gefährdungen entsprechende Maßnahmen gegenübergestellt werden. Dies gilt für die Fahrzeuge selbst, aber auch für Ladeinfrastruktur und Abstellplätze. ::: Rochus Zalud :::




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