Theresa Schulz (Hrsg.): Krisenkommunikation, scm school for communication and management 2013, ca. 316 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-940543-21-9

01.05.2013

Sicher, Informationen zur Krisenkommunikation kann man sich auch kostenlos im Internet beschaffen. Hier findet man eine Fülle an Fallbeispielen, die den Verlauf von Krisen und den vermeintlichen Umgang damit darstellen. Wer sich das gebündelte Hintergrundfachwissen von Experten, die ausnahmslos Praktiker sind, aneignen will, sollte zum Buch greifen. "Krisenkommunikation" der Herausgeberin Theresa Schulz ist ein solches (sehr gutes) Buch, das ganz eigenständige, sich ergänzende Beiträge von Fachleuten zusammenfasst. Vorangestellt ist eine Einführung von Andreas Breitsprecher, der seit 2009 Leiter Konzernkommunikation von Vattenfall und somit krisenkommunikationsgeprüft ist, um nur einen Namen der hochkarätigen Autoren zu nennen.

Kapitel 1 umfasst zwei Beiträge, die helfen, sich auf Krisenkommunikation vorzubereiten. Kapitel 2, wenn man so will, der Hauptteil, enthält neun Beiträge unter der Überschrift "Kontroversen, Konflikte, Krisen". Auch in diesem Kapitel finden sich viele anschauliche Fallbeispiele. Dennoch handelt es sich nicht um eine reine Aneinanderreihung von Fallbeispielen, sondern pro Beitrag jeweils um die ganz spezielle und eigenständige Betrachtung des Themas Krisenkommunikation: Wie begleitet ein Unternehmen Restrukturierungen? Wie kommuniziert man eine Pleite? Wie führt man kommunikativ in der Krise? Wie profitieren öffentliche Auftraggeber an der Partizipation der Bürger? Wie bleibt man unter verschärften Bedingungen handlungsfähig? Wie geht man in Krisensituationen mit Journalisten um? Welche Rolle spielen Presse, Funk und Fernsehen? Wie funktioniert Litigation-PR (Öffentlichkeitsarbeit im Rechtsstreit)? Welche Rechtsmittel können kommunikative Mittel begleiten? Kapitel 3 widmet sich mit drei Beiträgen ausschließlich der Krisenkommunikation unter den Bedingungen von Social Media. "CEOs sind in der Regel keine Digital Natives" – so heißt es in einem dieser Beiträge. Gerade deshalb sollten sie gerade diese Ausführungen von Insidern aufmerksam lesen. Und auch die vier Experteninterviews des Kapitel 4 enthalten Informationen, die so ohne Weiteres im Web nicht "für lau" zu ergattern sind. Kurzum, die mehr als 300 Seiten des Buches sind ihr Geld wert. Von Kommunikationsleitern, -beratern, -kennern, -praktikern und Journalisten, die ihr Know-how gebündelt preisgeben, kann man eben eine ganze Menge lernen.

Unter jedem einzelnen Beitrag wird der Autor bzw. das Autorenteam vorgestellt. Quellen der Erkenntnis sind entweder im Text angegeben oder als Literatur- und Link-Verzeichnis nachgestellt. Das Buch enthält zudem zahlreiche Abbildungen (Grafiken, Flussdiagramme, Tabellen etc.), die den schnellen Überblick bieten. Dem Sicherheits-Berater sprang zum Beispiel gleich die Abbildung auf Seite 187 ins Auge: Hier ist die Bedürfnispyramide nach Maslow zu sehen. Sie zeigt noch einmal, dass gleich nach dem Grundbedürfnis (z. B. Essen und Trinken) das Bedürfnis nach Sicherheit kommt. Und dieses Bedürfnis der Menschen sollte man sich gerade in der Krise bewusst machen und kommunikativ entsprechend befriedigen.


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