Mike Friedrichsen und Peter-J. Bisa (Hg.): Digitale Souveränität – Vertrauen in die Netzwerkgesellschaft, Springer VS, 2016, 421 Seiten, 44,99 Euro, ISBN 978-3-658-07348-0

15.09.2016

Das Buch "Digitale Souveränität" ist sozusagen das genaue Gegenteil des Sicherheits-Berater. Während dieser seinen Lesern nämlich gern konkrete Tipps ("Maßnahmen") mit auf den Weg gibt, bietet das Werk reichlich abstrakten Diskussionsstoff für akademische Intellektuelle. Es gehört dennoch in den Sicherheits-Berater, weil es fundierte Informationen und Denkanstöße bietet.

Vordergründig verstecken sich diese Fragen hinter dem Begriff der Souveränität, der Selbstbestimmung also. Tatsächlich ließe sich der Begriff zum besseren Verständnis jedoch durch den der Sicherheit ersetzen. Und genau darum geht es in dem Buch: um die digitale Sicherheit von Individuen, Unternehmen und Staaten. So fragt sich der Verfasser des Vorwortes, der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger, zum Beispiel, wie Europa "Google&Co einmal Paroli bieten" könne. Da es sich bei dem Werk um eine Sammlung unterschiedlicher Autorenbeiträge handelt, geht es um viele Facetten, die sich hier nur vage zusammenfassen lassen: um digitale Sicherheitspolitik und Sicherheitslücken, Big Data, Compliance, Datenschutz, u. v. a. m. Wer sich gern über Inhalte auf dem Niveau "Überlegungen zur politischen Debattenkultur in der digitalen Erregungsgesellschaft" schlau machen will, der greife beherzt zu. Auch wer sich für eine starke nationale oder europäische Position im Ringen um eine bessere, gerechtere oder fortschrittlichere Netzwerkgesellschaft einsetzen mag, findet hier reichlich Denkanstöße.

Unter dem Kurzlink http://bit.ly/29veDJq findet sich ein ausführliches Inhaltsverzeichnis mit der Möglichkeit, die einzelnen Autorenbeiträge anzulesen.


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