Browser, ein "must have" zum Surfen

15.04.2020

Anonym und schnell auf einem hohen Sicherheitslevel surfen zu können - das versprechen alle Browser. User erwarten außerdem Benutzerfreundlichkeit und aufgrund des allgemein zunehmenden Bewusstseins für die eigene Privatsphäre transparente Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen. Im Wettbewerb der Browser untereinander um die Vormachtstellung am Markt punkten solche mit datenschutzfreundlichen Lösungen (protection by default) und mit Anti-Tracking-Maßnahmen. Falls Sie auf der Suche sind, es gibt eine Vielzahl an Optionen, beispielsweise:

Edge von Microsoft
Seit Bekanntwerden im Jahr 2007, dass die größten Internetkonzerne wie Google, Yahoo, Apple, Microsoft etc. am PRISM-Überwachungsprogramm der NSA mitarbeiten, sollte jeder User davon ausgehen, dass die NSA Zugriff auf alle Daten hat. Obwohl Microsoft verspricht, im Private Mode weder Suchanfragen noch Suchverlauf zu speichern, behält sich das Unternehmen vor, User-Daten an Werbetreibende weiterzugeben. Die Anfang des Jahres veröffentlichte Edge-Version mit aktiviertem Trackingschutz soll nun für mehr Sicherheit sorgen.

Firefox von Mozilla
Dieser gilt als sichere Wahl. Drei Maßnahmen sorgen für noch mehr Sicherheit: Installieren Sie Datenschutz-Add-Ons, z. B. die des Tor-Netzwerks. Aktivieren Sie den Tracking-Schutz. Deaktivieren Sie Telemetrieoptionen und das WebRTC (Web Real-Time Communication = Web-Echtzeitkommunikation) in den Browsereinstellungen. Wie im Beitrag "Browser-Fingerprinting" (Heft 4/2020 des Sicherheits-Berater) ausgeführt, kommunizieren Browser über Schnittstellen und geben eine Vielzahl an Informationen preis.

Opera
Werbeanzeigen, die möglicherweise Schadinhalte aufweisen, werden blockiert. Man kann auch anonym auf bestimmte Webseiten zugreifen. Die Datenschutzerklärung enthüllt, dass Userdaten an Dritte, u. a. Google, weitergegeben werden. Nach dem Verkauf 2016 an ein chinesisches Unternehmen, das im Verdacht stand, durch illegale Softwareinstallationen die Privatsphäre seiner Kunden auszukundschaften, sollte der Browser eher kritisch betrachtet werden.

Chrome von Google
Monetarisierbare Werbeinteressen stehen im Fokus: Mit Tracking-Cookies und Browser-Fingerprinting wird jeder erfasst, der Google Analytics verwendet. Alle Daten aus Apps, die die Google-Dienste sammeln, werden genauestens protokolliert und miteinander verbunden, so dass sich ein akribischer Standortverlauf und Aktionsfaden ergibt. Datenschutz – was ist das? Dafür bietet der Browser ein hohes Sicherheitslevel gegen Cyber-Kriminalität durch Sandboxing. Er warnt vor möglicher Schadsoftware- oder Phishing-Inhalten. Große Teile des Browser-Queltextes hat Google im Open Source-Projekt Chromium veröffentlicht.

Safari von Apple
Auch hier grüßen die NSA und das PRISM Programm. Der Browser blockt nervige Werbeanzeigen und behauptet, Datenschutz unkompliziert umgesetzt zu haben. Dennoch werden Browserverläufe, auch die des Private Mode und solche, die durch den User gelöscht wurden, erfasst. Datenschutzrechtlich mehr Schein als Sein. Safari bietet ein breites Spektrum an Sicherheitseinstellungen, z. B. lassen sich Standorteinstellungen deaktivieren.

Tor
Der Browser versteckt die IP-Adresse, den Standort sowie surfbezogene Informationen und nutzt mehrere Verschlüsselungsschichten, um vertrauliches Surfen möglich zu machen. Er verwendet das HTTPS-Übertragungsprotokoll und erlaubt Usern den Aufruf auch gesperrter Webseiten. Den Vorteilen steht eine eher umständliche bis komplizierte Handhabung gegenüber.

Die Liste an Browsern sowie deren Vor- und Nachteilen lässt sich fortsetzen. Sie haben also die Qual der Wahl. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung folgende Kriterien:

  • Daten: kein Weiterverkauf an Werbetreibende
  • Standardeinstellung: Blockieren von Werbung und nicht verfolgbare Optionen
  • Sicherheit: Schutz vor Phishing Websites
  • Open Source Code
  • eingeschränkte Protokollierung (siehe Datenschutzerklärung bzw. Richtlinien)
  • Bei Besuch unsicherer Websites sollte ein Hinweis erfolgen
  • URL-Filterung zum Schutz vor Websites mit möglicherweise schädlichem Inhalt

Wer mehr Schutz möchte, sollte sich mit den Browsern Waterfox (Modifikation des Firefox) oder Brave intensiver auseinandersetzen. Für den weniger besorgten Gelegenheitssurfer eignet sich der Firefox mit den obengenannten Sicherheitsvorkehrungen. Egal für welchen Browser Sie sich entscheiden, das regelmäßige Überprüfen der Sicherheitseinstellungen und das Updaten sind Pflicht.

: : : Cornelia Last : : :


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