Mit PyroBubbles gegen Elektrobrände

15.06.2019

Vor fünf Jahren hat der Sicherheits-Berater über ein neues Löschmittel namens "PyroBubbles®" der Fa. Genius GmbH (www.genius-group.de) berichtet, welches einen wirksamen Schutz bei Elektrobränden bieten soll (Heft 11/2014, S. 172 f.). Durch den erheblichen Einsatz von Lithium-Ionen-Akkus hat sich aus der ursprünglichen Idee ein marktfähiges und sich immer weiter verbreitendes Löschmittel entwickelt. Das Produktportfolio rund um dieses Löschmittel reicht von kleinen Kissen über handliche Kisten mit diesen Glashohlkugeln (nach Angaben des Herstellers hauptsächlich aus Siliziumdioxid mit einer bestimmten Korngröße von 0,5 bis 5 Millimeter) bis hin zu Feuerlöschern und Löschlafetten. Auch besteht die Möglichkeit, dieses lose in Säcken abgefüllt (nach Internetrecherche zwischen 60 und 100 Euro pro 50 Liter bzw. 12,5 Kilogramm) zu erhalten.

Die besondere Wirkung des Hohlglasgranulats liegt darin, bei höheren Temperauren, wie sie z. B. bei Lithium-Bränden anzutreffen sind, zu schmelzen. Damit bildet es eine geschlossene und thermisch isolierende Schicht um den Brandherd (Entzug von Sauerstoff). Die PyroBubbles® sind mittlerweile ein von der MPA Dresden (nach DIN EN 3-7) positiv geprüftes Löschmittel für feste und flüssige brennbare Stoffe (Brandklassen A, B, D und F). Es wird Wärmeenergie absorbiert und über den Kühleffekt der Schütthöhe die Temperatur reduziert.

Fahrbarer Feuerlöscher
Tornado50-Pyro5

Quelle: GENIUS Technologie GmbH

Der Hersteller gibt weitere Vorteile des Löschmittels an: Es ist ein 100-prozentig anorganisches Material, das nicht brennbar ist. Wenn es nicht kontaminiert ist, lässt es sich wiederverwenden. Nach Aussagen der Lieferanten gibt es 90 Prozent weniger Folgeschäden im Vergleich zum Löschen mit Wasser oder Schaum.

Für kritische Bereiche bietet der Markt auch einen fahrbaren Feuerlöscher (Tornado50-Pyro5) an. Dieser Löscher ist mit 50 Litern Granulat gefüllt. Das Löschmittel wird über eine Löschpistole als Löschstrahl aufgebracht, der auch unterbrochen werden kann, um einen stoßweisen Einsatz zu ermöglichen. Ein Druckminderer im Ventil soll eine gleichmäßige Druckbeaufschlagung von zwei Bar garantieren. Der mitgelieferte Druckschlauch ist fünf Meter lang. Extern anzuschließen ist eine Drei-Liter-Druckluftflasche. Ein Löscher kostet ca. 1.000 Euro.

Und wer es etwas kleiner haben möchte: Diese Feuerlöscher gibt es auch mit einer Löschmittelmenge von drei Litern und einem integrierten Treibmittel für eine Wurfweite von ca. zwei Metern. Unter dem Kurzlink https://bit.ly/2E4d95Y ist zudem eine Broschüre aufrufbar, in der ein "UN konformes System zur Lagerung, Quarantäne und zum Transport von defekten bis transportunsicheren Lithium-Ionen-Batterien" angepriesen wird.

: : : Rochus Zalud : : :


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