Zu guter Letzt: Das falsche Signal an verwirrte Geister

01.04.2019

Nerven wie Drahtseile hat die Journalistin Dunja Hayali schon mehrfach bewiesen. Und die Fähigkeit, verbal deeskalieren zu können, beherrscht sie ebenfalls virtuos (bis zum Beweis des Gegenteils). So auch am 13. März, als sie das ZDF Morgenmagazin zusammen mit Andreas Wunn moderierte und von einer Zuschauerin physisch und verbal drangsaliert wurde. Hier das Ganze noch einmal zum Anschauen:  https://twitter.com/i/status/1105738653278629888. Die beiden Moderatoren schaffen es offenkundig, die Aggressorin geschickt von sich fernzuhalten – wobei "fern" ein relativer Begriff ist. Letztere hätte nur eine Waffe zücken müssen und das Morgenmagazin wäre ein Mordmagazin geworden. Wir erinnern uns an Schäuble und Lafontaine. Unverständlich, dass keine Sicherheitskräfte eingeschritten sind – es ist hinlänglich bekannt, dass Hayali wüst beschimpft und bedroht wird. Und einer derart forsch auf die Bühne stürmenden Verwirrten sollte man zur Belohnung nicht auch noch ein Gespräch anbieten (was Hayali tat, statt sie aus dem Saal werfen bzw. festnehmen zu lassen): Hier ist nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Hopfen und Malz verloren. Liebe Frau Hayali, Sie müssen nicht päpstlicher sein als der Papst, in diesem Fall Johannes Paul II, der sich mit seinem Attentäter aussprach – fürs Vergebenkönnen wird er schließlich bezahlt. Ich denke, als Journalistin sollten Sie niemandem, der Sie beschimpft und rumschubst, einen Dialog anbieten. Ich fürchte, damit senden Sie das falsche Signal.

::: Bernd Zimmermann :::


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