Zu guter Letzt

Zu guter Letzt

Bullshitbingo des Bundesministeriums für Gesundheit

01.02.2018

Einen unfreiwilligen Beitrag gegen das Stereotyp vom Beamten als humorlosem und moralinsaurem Menschen lieferte jetzt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Auf seiner Facebook-Seite forderte es zur Teilnahme an seinem "Impfgegner-Bullshit-Bingo" auf: "Machen Sie mit bei unserem Bullshitbingo! Suchen Sie in den Kommentaren nach diesen Falschaussagen. Der oder die Erste, die drei Falschaussagen in einer Reihe findet, bekommt von uns ein gratis Katzenbild." Dazu bietet das BMG neun Aussagen zum Durchstreichen (jeweils auf einem mit dem Wort "Bullshit" beschrifteten Kästchen): "Impfungen fördern Allergien. Impfen schwächt die natürlichen Abwehrkräfte. Masern durchzumachen stärkt die Gesundheit. Nicht geimpfte Kinder leben gesünder. In Impfungen ist Quecksilber. Usw." Was den Wahrheits- bzw. Falschmeldungsgehalt dieser Aussagen angeht, kann man dem BMG nur zustimmen. Was die ironische Wortwahl betrifft – ebenfalls. Schließlich sind kreative Ansätze für mehr Sicherheitsawareness nie verkehrt. BERND ZIMMERMANN

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Zu guter Letzt

Wenn der Adventskranz (beim Sex) brennt …

15.12.2017

Refrago.de hat sich zum Ziel gesetzt, leicht verständliche Erklärungen für Rechtsfragen von allgemeinem Interesse zu finden. Unter dem Kurzlink http://bit.ly/2BJwO8E diskutiert die Plattform die Frage, ob die Haftpflichtversicherung einspringt, wenn Adventskranz oder Weihnachtsbaum in Brand geraten. Prinzipiell, so heißt es dort, könne für Schäden in der Wohnung die Haftpflichtversicherung aufkommen. Die Einstandspflicht könne jedoch beschränkt sein, wenn der Versicherte gemäß § 81 Abs. 2 VVG den Schadensfall grob fahrlässig verursacht hat. Auf Basis von Gerichtsurteilen werden Beispiele genannt: 1. Die Aufsicht über die brennenden Kerzen sei einem 6-Jährigen übertragen worden. 2. Der Versicherte habe zu Abend gegessen. 3. Der Versicherungsnehmer habe Gartenarbeiten ausgeführt und den Kranz 30 Minuten aus den Augen gelassen. 4. Der Versicherte habe einen Nachbarn für 15 Minuten besucht. 5. Ein anderer Versicherungsnehmer habe vergessen, die Kerzen vor dem Einkaufengehen zu löschen. Refrago gibt zudem auch Fälle an, bei denen ein grob fahrlässiges Verhalten per Gerichtsurteil verneint wurde: So habe zum Beispiel ein Versicherungsnehmer eine Kerze am Adventskranz angezündet und seine Ehefrau wecken wollen. Dabei sei es zum ungeplanten Sex gekommen. Vielleicht sollte man sich diese Ausrede für Sicherheitspannen prinzipiell einmal einprägen … BERND ZIMMERMANN

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Zu guter Letzt

Berufs- oder "Pistolero"-Verband?

01.12.2017

Unter dem Namen "Bundesvereinigung der Waffenträger in der Sicherheitswirtschaft (BVWSW)" hat sich ein Verband gegründet, der sich als berufsständische Vereinigung für Berufswaffenträger in der zivilen Sicherheit in Deutschland versteht. Die Vereinigung bietet ihren Mitgliedern Plattformen, um Meinungen, Erfahrungen und Wissen auszutauschen und um sich zu vernetzen. Sie vertritt als Berufsverband die Interessen der Berufsgruppe nach außen, gegenüber dem Gesetzgeber, der Regierung, Behörden und Verbänden. Der BVWSW (www.bvwsw.de) will die bessere Wahrnehmung der Berufsgruppe in Politik und Öffentlichkeit fördern und setzt sich für die Förderung und den Schutz gemeinsamer Ziele und die Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen ein.

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Nicht lustig: Fahrlässigkeit mit Todesfolge

15.11.2017

Unter der Überschrift "Zu guter Letzt" kommentiert der Sicherheits-Berater meist mit einem Augenzwinkern oder mit spitzer Feder Themen aus der Welt der Sicherheit. Diesmal schreibt er an dieser Stelle über einen Täter, der sechs junge Menschen auf dem Gewissen hat, darunter seine eigenen Kinder. Sie mussten sterben – nicht, weil er so bösartig war, sondern weil er sich fahrlässig verhielt: Er hatte einen benzingetriebenen Stromgenerator, der nicht für Innenräume geeignet war, unsachgemäß in einer Gartenlaube aufgestellt in der festen Annahme, zum guten Gelingen einer Geburtstagsparty beizutragen. Tragischerweise produzierte der Generator tödliches Kohlenmonoxid und verursachte den Erstickungstod der Anwesenden. Der Fall ereignete sich Anfang dieses Jahres und ging damals durch die Presse. Jetzt wurde der Vater verurteilt: Er erhielt 18 Monate auf Bewährung. Es hätten auch fünf Jahre Freiheitsstrafe werden können. Wer wüsste besser als der Sicherheits-Berater, dass kleine Fehler große Folgen nach sich ziehen können? Dass ganze Lagerhallen abfackeln können, weil in der Elektrik irgendwo Lichtbögen entstanden sind? Dass Dächer einstürzen können, weil ihre Traglast nicht für eine 50 Zentimeter dicke Schneedecke ausgelegt war? Dass Brände schnell an Kraft gewinnen, wenn eine Brandschutztür geöffnet gehalten wurde? Und dass man vor solchen Fehlern zwar vortrefflich warnen kann – letztendlich jedoch Fehler und menschliches Versagen niemals ausgeschlossen werden können? Manchmal möchte man nicht Sicherheits-Berater sein, sondern Schutzengel. BERND ZIMMERMANN

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Wildsäue aufgepasst!

01.11.2017

Die um sich greifende flächendeckende Videoüberwachung ist auch im vermeintlich letzten Refugium deutscher Glückseligkeit, im tiefen Wald, nicht mehr zu stoppen! Allein im Saarland, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, von denen einer Oskar heißt, sollen 10.000 Wildkameras angebracht sein. Diese Zahl nennt www.datenschutz-praxis.de unter Berufung auf eine Datenschutzaufsicht als Quelle. Das Medium widmet sich in dem Beitrag (Kurzlink http://bit.ly/2ye8mNT) der durchaus argumentenreichen Diskussion, ob solche Kameras meldepflichtig sind ("ja" sagen Datenschutzzentrum und Verwaltungsgericht) oder bleiben ("nein" ab 25. Mai 2018, weil die dann geltende Datenschutzgrundverordnung das nicht verlangt). Zur Vermeidung dieser tiefschürfenden und die Menschheit erschütternden Diskussion daher wie gewohnt am Ende ein belastbarer Tipp des Sicherheits-Berater: Die meisten der übrigens hervorragend getarnten Wildkameras dürften an sogenannten "Kirrungen", also an Futterstellen, hängen. Da viele Kameras auch nachts ganz gute Bilder liefern, Sie dann jedoch eine Kirrung schon gar nicht mehr identifizieren können, bleiben Sie sicherheitshalber nach Sonnenuntergang zu Hause. Zu guter Allerletzt: Was Sie unter der Überschrift "Zu guter Letzt" lesen, besitzt satirischen Charakter. BERND ZIMMERMANN

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