Dr.-Ing. Stefan Plesser, VDE Verlag, 2026, 2., überarbeitete Auflage,
ISBN 978-3-8007-4057-4
„Qualitätsmanagement in der Gebäudetechnik“: Der Ruf nach mehr Energieeffizienz in der Gebäudetechnik wird immer lauter. Erreicht werden soll dieses Ziel vor allem durch intelligente Gebäudeautomationstechnik. Auch wenn man die technischen Voraussetzungen durch den Einsatz geeigneter Sensorik und deren Auswertung im Hinblick mit den daraus resultierenden Regelungen und Steuerungen geplant und gebaut hat, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch wunschgemäß funktioniert.
Heutige Gebäude stellen hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Man muss mit der komplexen Technik umgehen können. Oft wird das Gebäude nach Ablauf der Gewährleistungsdauer vom Hersteller und/oder Errichter in die Hände des Nutzers gelegt, ohne dass dieser zuvor in die spezifischen funktionalen Zusammenhänge eingeweiht wurde. In der Regel wird der Nutzer dann allein gelassen, da ihm die Kenntnisse über die vielen Stellschrauben innerhalb der Gebäudeautomation fehlen. Dadurch können dann die angestrebte Reduzierung der CO2-Emissionen oder das gewünschte Raumklima möglicherweise nicht erreicht werden.
Um die gesteckten Ziele einzuhalten ist ein umfassendes Qualitätsmanagement nötig. Dazu gehören neben dem technischen Monitoring vor allem die Durchführung eines Inbetriebnahme-Managements. Damit werden alle Beteiligten an die Spezifika der Gebäudeautomation herangeführt und erhalten einen klaren Überblick über deren Möglichkeiten und deren Rolle innerhalb des Gesamtprojekts.
Zunächst geht der Autor des Buchs auf die Entwicklungen innerhalb der technischen Gebäudeausrüstung und die Grundlagen des Qualitätsmanagements ein. Darüber hinaus wird das Leistungsbild des technischen Inbetriebnahme-Managements als Werkleistung ausführlich beschrieben. Darin ist das Inbetriebnahme-Monitoring als Baustein der Qualitätssicherung enthalten.
Auch wenn es vielen Beteiligten erfahrungsgemäß abwegig erscheint, extra ein Inbetriebnahme-Management einzuführen und die entsprechenden Fachplaner damit zu beauftragen, mit der Begründung: „Das macht doch jedes Gewerk im Rahmen seiner fachlichen Abnahme“, so unterliegt man schon deshalb einem Irrtum, da es sich hierbei um eine Anforderung aus § 71a des Gebäudeenergiegesetzes von 2024 in handelt.
Das Buch bietet eine hilfreiche Unterstützung bei der Einführung und Umsetzung eines Inbetriebnahme-Managements und zeigt anhand praktischer Beispiele das reale Vorgehen dabei auf. Ebenso wird das „Leistungsbild Technisches Monitoring nach der AMEV-Empfehlungen 178“ aufgezeigt, das als Checkliste und roter Faden dient.
Ein rundum gelungenes Werk für jeden Planer, Bauherrn, Berater, Entwickler und vor allem Nutzer.