Neue Erhebungen/Studien bezüglich des AI Hype: Unternehmen holen KI entweder wieder „nach Hause“ (on premise; Cloudian) oder sie stoppen ihre aktuellen KI-Projekte ganz (jedes zweite Unternehmen (!) – jedenfalls gemäß einer aktuellen Erhebung von CoreView).
Die Public Cloud verliert im KI-Zeitalter zunehmend an Bedeutung, wie der aktuelle „Enterprise AI Infrastructure Survey 2026“ zumindest den Autoren zufolge belegt. Laut der vom „Anbieter softwaredefinierter Objektspeicherlösungen“ Cloudian beauftragten Studie haben in den letzten zwei Jahren 93 Prozent der Unternehmen bereits einige KI-Workloads zurück auf ihre lokalen Server verlagert, sind gerade dabei oder planen es. Dafür gebe es drei leicht nachvollziehbare Gründe, siehe unten:
„Tatsächlich haben vier von fünf (79 %) Unternehmen KI-Workloads von der Public Cloud zurück auf die eigene On-premises-Infrastruktur migriert („Repatriierung/Repatriation„). Das soll jedenfalls die unabhängige Umfrage vom Forschungsunternehmen Centiment erweisen, für die im Auftrag von Cloudian 203 Entscheidungsträger im Bereich KI-Strategie, Investments oder Infrastruktur befragt wurden. Rund 73 % der Unternehmen gaben hier an, zukünftig vermehrt auf On-premises- oder hybride Infrastrukturen setzen zu wollen.
Der Report identifiziert drei zentrale Faktoren, die diese Entwicklung vorantreiben: Bedenken hinsichtlich der Datenhoheit, unvorhersehbare Kosten für die Cloud-Nutzung und Anforderungen an die Echtzeit-Performance.
Gründe für On-premises-Infrastrukturen
- Das Thema Datensouveränität ist mit Abstand der wichtigste Faktor, um auf lokale Server zu setzen. Bei der Implementierung von KI-Anwendungen, die sensible Unternehmensdaten verarbeiten, würden 91 % der Befragten Alternativen zur Public Cloud vorziehen. Zudem stufen rund drei Viertel (74 %) die unkontrollierte Nutzung von Cloud-KI-Tools durch Mitarbeitende („Schatten-KI„) als kritisches oder erhebliches Sicherheitsrisiko ein. Und 58 % berichten, dass Bedenken hinsichtlich des Speicherortes sensibler Daten ihre KI-Initiativen verzögert oder negativ beeinflusst haben.
- Auch finanziell sehen viele Unternehmen in der eigenen Infrastruktur eine besser planbare Alternative: 40 % der Unternehmen geben zu Protokoll, dass die tatsächlichen Ausgaben für die Nutzung von Cloud-basierten KI-Workloads das vorgesehene Budget überstiegen haben. Dementsprechend nennt fast die Hälfte die Unvorhersehbarkeit der Cloud-Kosten, einschließlich der schwierigen Prognose der Gesamtbetriebskosten und schwankender verbrauchsbasierter Preismodelle, als Hindernis für eine Ausweitung der generellen KI-Nutzung.
- Der letzte Faktor, der für die Nutzung von On-premises-Infrastrukturen spricht, ist die Performance. Für drei Viertel der Befragten (75 %) bieten nur lokale Server eine akzeptable Leistung für aktuelle oder geplante KI-Workloads. Praktische Anwendungen, die von einer On-premises-Implementierung profitieren, umfassen die Echtzeit-Videoanalyse, Qualitätskontrolle in der Fertigung und die latenzarme Verarbeitung von Transaktionen.“
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CoreView Report: Jedes 2. Unternehmen stoppt KI-Projekte wegen Sicherheits- und Governance-Bedenken
51 Prozent der Unternehmen weltweit haben hiernach KI-basierte Änderungen in Microsoft 365 aufgrund von Sicherheits- oder Governance-Bedenken rückgängig gemacht (Deutschland: 46 %). Gleichzeitig sehen erstaunlicherweise knapp drei Viertel (70 %) der IT-Verantwortlichen immer noch in einem KI-gesteuerten Management enorme Vorteile für die eigenen Prozesse. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der Report „2026 State of AI in Microsoft 365“ von CoreView, Spezialist für den Schutz und das Management von Microsoft-365-Tenants.
Weltweit bezeichnen hiernach vier von fünf IT-Führungskräfte (82 %) die Verwaltung von Microsoft 365 als erhebliche operative Herausforderung (Deutschland: 74 %). Entsprechend groß ist der Wunsch nach einer Entlastung durch künstliche Intelligenz. Allerdings stoßen 24 Prozent, in Deutschland sogar 34 Prozent, der IT-Verantwortlichen bei der Einführung von KI auf Widerstand seitens ihrer Geschäftsführung.
Denn wenn keine Governance- und Sicherheitskontrollen vorhanden sind, löst KI das Problem nicht, sondern verschärft es sogar noch. Ohne Struktur und Leitplanken führt die Automatisierung dazu, dass Risiken schneller entstehen, als sie adressiert werden können. Die größten Bedenken der IT-Verantwortlichen betreffen dabei die Bereiche Zugriff, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit:
- KI nimmt ohne menschliche Aufsicht kritische Änderungen vor (46 %): Unbeschränkte Automatisierung kann ohne Überprüfung oder Genehmigung die Sicherheitslage, Berechtigungen oder Tenant-Konfigurationen verändern.
- KI erhält übermäßige oder dauerhafte Administratorrechte (44 %): Die künstliche Intelligenz könnte zu einem „Superuser“ werden, der Rechte ansammelt, die gegen das Least-Privilege-Prinzip verstoßen oder über den vorgesehenen Umfang hinausgehen.
- KI-gesteuerte Aktionen lassen sich nicht nachvollziehen oder rückgängig machen (44 %).
Darüber hinaus befürchten 42 Prozent der deutschen IT-Verantwortlichen durch die KI ausgelöste Compliance-Verstöße sowie einen Verlust der Transparenz oder Kontrolle über sensible Konfigurationen (38 %).
Generell sind deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich relativ zurückhaltend in der KI-Umsetzung, befürchten jedoch auch keine gravierenden Auswirkungen. Während weltweit 70 Prozent der Geschäftsführungen den Einsatz von KI fördern, sind es in Deutschland lediglich 46 Prozent. Gleichzeitig ist die Angst, durch KI den Arbeitsplatz zu verlieren, in Deutschland mit 42 Prozent der Befragten am geringsten ausgeprägt (weltweit 51 %). Entsprechend hat die Einführung von KI in Deutschland mit 32 Prozent auch den geringsten negativen Einfluss auf die Arbeitsmoral (weltweit 46 %).
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