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Veranstaltungsrückblick

3. Jahresforum Sicherheit für Museen und Kulturschätze

Ausgabe 23/2025 |
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Ausgabe 23/2025
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Am 28.10.2025 fand das o. g. Fachforum bereits zum dritten Mal in Berlin statt. Eine Veranstaltung, die – aufgrund des Kunstraubs im Louvre vom 19.10. – zu keinem anderen Zeitpunkt aktueller und treffender den Nerv der Verantwortlichen für Kunst- und Kulturschätze hätte treffen können.

Eingeladen hat hierzu die SIMEDIA Akademie, die bereits seit drei Jahren dieses hochkarätige Expertenforum in Berlin veranstaltet. Durch die Auswahl der Referenten und deren unterschiedlichen Blickweisen auf die Sicherheit in Bezug auf Einbruch, Raub und Beschädigungen im Bereich von Museen, Ausstellungen und denkmalgeschützten Objekten, konnte ein breites Spektrum der akuten Gefahren von Kunst- und Kulturgut abgebildet werden.

Als Leiter des Fachkommissariats für Kunstkriminalität im Landeskriminalamt Berlin berichtete uns René Allonge sehr ausführlich und an Beispielen auch ausdrücklich über die sich im Laufe der Zeit verändernde Täterstruktur bei Kunstdiebstählen. Waren es früher eher Diebstähle, die sich auf das Kunstobjekt bezogen haben, dann sind es heute vielmehr die schnell durchgeführten und mit teils massiver Gewalt verbundenen Straftaten, die weniger das Kunstobjekt im Blick haben, sondern viel mehr das reine Material in Form von Gold oder Edelsteinen. Den Tätern sind die Kunstobjekte an sich egal, ob es beim Raub zerstört wird oder im Nachhinein zur Veräußerung geteilt und/oder eingeschmolzen wird, spielt dabei keine Rolle. Gute Beispiele hierfür sind die Einbrüche in das Bode Museum mit dem Diebstahl der 100 Kilogramm-Goldmünze „Big Maple Leaf“ oder der Diebstahl des keltischen Goldschatzes in Manching. Die Täter sind zwar in beiden Fällen verhaftet und verurteilt, das Diebesgut allerdings bleibt weiterhin verschwunden oder wurde bereits veräußert. Ein unwiederbringlicher Verlust von Kulturgut, der durch nichts wieder gut zu machen ist.

Eine völlig andere Sichtweise auf den Schutz von Kunst- und Kulturgut vermittelte uns Ralf Seeber als ehemaliger Berufsfeuerwehrmann, derzeit tätig in der Klassik Stiftung Weimar im Brandschutz und in der Notfallvorsorge und freier Mitarbeiter im Kulturrat Thüringen e.V., sowie Dozent an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und zivile Verteidigung (BABZ), um nur einige seiner Tätigkeiten zu nennen. Ein Mann aus der Praxis, der Einblicke in die Fortbildung der Notfallvorsorge in Kultureinrichtungen, wie Bibliotheken oder auch Museen, gab. Dabei machte er deutlich, dass in Deutschland einheitliche Grundlagen für die Planung und Umsetzung/Betreuung der entsprechenden Notfallvorsorgemaßnahmen und deren Ausrüstung zum Schutz von Kulturgut, z. B. spezielle Ausrüstungssätze im Notfall oder auch LKW-Gerätewagen als Kulturschutzeinrichtungen, etabliert werden müssen. Der hierzu herrschende Föderalismus ist nicht zielführend.

SIB 23/2025
Anwalt Dr. Dieckert im Gespräch mit Martin Feyerabend, VZM
Bildquelle: SIMEDIA Akademie

Darüber hinaus berichtete uns Remigius Plath, Mitarbeiter der Hasso Platner Foundation, über die internationalen Aktivitäten zur Museumssicherheit, welche vor allem die Arbeit und Aktivitäten des International Committee for Museum Security (ICMS) und des International Council of Museums (ICOM) widerspiegeln. Der dadurch zustande kommende Informationsaustausch auf internationaler Basis ist auch für den deutschsprachigen Raum von Bedeutung und trägt maßgeblich zur Erhöhung der Museumssicherheit bei.

Die immer wieder auftretenden Fragen im Umgang mit Videoüberwachung beantwortete der Rechtsanwalt Dr. Ulrich Dieckert in seinem Vortrag. Dabei zeigte er Lösungswege auf, wie man im Umgang mit personenbezogenen Daten, was Videobilder nun mal sind, einen rechtskonformen Weg gehen kann. Neben dem sicheren Umgang dieser Daten spielt hierbei auch der begründete Einsatz dieser Technik eine wesentliche Rolle. Die Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung im Umgang mit der Videotechnik ist Voraussetzung und sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Das alles selbstverständlich unter Beachtung aller weiteren Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Abschließend ist festzuhalten, dass es eine rundum gelungene Veranstaltung mit kompetenten Referenten war, wo vor allem in den Pausen ein reger Informationsaustausch zwischen Referenten und Teilnehmen stattfand.

Die optimale Lage des Veranstaltungsortes im Zentrum Berlins und der schöne gemeinsame, von der SIMEDIA Akademie organisierte Abend nach dem ersten Veranstaltungstag, rundeten das Forum ab und machen Lust auf eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr.

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