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Sicherheitsplanung

Interventionszeit vs. Widerstandswert

Ausgabe 19/2020
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Ausgabe 19/2020
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Bei der Planung von Sicherheitskonzepten wird in der Regel auch das Thema Interventionszeit im Zusammenhang mit den Überlegungen zur Härtung von Bauteilen (insbesondere beim Diebstahl- und Einbruchschutz) angesprochen. Dabei geht man davon aus, dass als Zeit die Dauer vom Meldeeingang eines Ereignisses (Einbruch-, Überfall­alarm usw.) bei einer hilfeleistenden Stelle bis zum Eintreffen der Kräfte gemeint ist. Ist dies so? Und welcher Wert ist hier (wenn auch überschläglich) anzusetzen?

Der Sicherheits-Berater hatte sich mit dem Thema der internen Einsatzkräfte (Personal vor Ort) in der Ausgabe 10/2014 vom 15.5.2014 beschäftigt und hier Anregungen zu einer sinnhaften Berechnung vorgestellt. Aber nicht immer ist Personal vor Ort. Oft wird mit Sicherheitsdiensten zusammengearbeitet, die je nach Region etwa versprechen, zwischen sechs und 20 Minuten vor Ort zu sein. Aber auch hier gilt es, einige Besonderheiten zu beachten.

Eine möglichst frühe Detektion hilft naturgemäß, eine entsprechende Intervention zeitig zu starten. Nicht immer sind die Alarme auf zertifizierte Alarmempfangsstellen aufgeschaltet. Ob der Umweg über eine Aufschaltung einer besetzten Pforte oder einer zentralen Sicherheitszentrale immer sinnvoll ist, sollte projektbezogen in Abhängigkeit vom Gefährdungspotenzial hinterfragt werden. Wertvolle Minuten können dadurch gewonnen werden.

Immer mehr geht man davon aus, dass bei schwerwiegenden Vorkommnissen in der Regel der Werkschutz nur noch bedingt einschreiten darf bzw. wird und man stattdessen auf die polizeilichen Einsatzkräfte wartet. Und diese lassen sich Jahr für Jahr (strukturbedingt) immer mehr Zeit. Aktuelle Anfragen in Berlin (2020) und Sachsen-Anhalt (2019) von Politikern an die jeweiligen Landtage zeigen, dass die Durchschnittswerte zwischen Rufannahme und Erscheinen am Tatort mittlerweile teilweise über 30 Minuten (im länd­lichen Bereich) liegen. Bei aller präventiven Vorsorge auf der Nutzerseite: Dies ist nicht akzeptabel! In Berlin hat sich der Durchschnittswert aus 2019 von 23 Minuten 32 Sekunden in den ersten Monaten dieses Jahres um 41 Sekunden reduziert (dieser lag 2014 noch unter 20 Minuten). Wenn man aber bedenkt, dass sich dieser Zeitraum aus ca. 15 Minuten Dauer zwischen Rufannahme und Alarmierung der Einsatzkräfte (Streifenwagen) und dem Weg zur Einsatzstelle von nur acht Minuten zusammensetzt, wird schnell klar, wo nachgebessert werden muss. Die heutigen Leitstellen der Polizei sind bundesweit funktionell, technisch und personell so auszustatten, dass ein Zeitwert von 15 Minuten wieder realistisch wird (ggf. auch die Anzahl der Polizisten in der Fläche). Die Feuerwehren (zumindest in Berlin) machen es vor: Hier ist der aktuelle Wert drei Minuten für die Fahrzeugalarmierung und acht Minuten durchschnittlich für die Wegstrecke.

Im Übrigen hatte die Polizei 2014 angeregt, eine einheitliche Systematik von Interventionszeiten zu entwickeln und diese dann jährlich und vergleichbar zu erfassen. Scheinbar ist man hier noch nicht viel weiter gekommen. Eigentlich schade, denn so mancher Sicherheitsverantwortlicher im Unternehmen würde sich freuen, einen belastbaren Zeitwert in seine Risikobetrachtungen mit aufzunehmen.

Wenn man davon ausgeht, dass die Interventionszeit eigentlich kleiner als der Widerstandswert der zu schützenden Einrichtung sein sollte, bedeutet dies zum aktuellen Stand für aktuelle zu sichernde Objekte:

  • eine hohe bis sehr hohe Härtung der umgebenden Grenze dieser Einrichtung
  • Präferenz einer ständig besetzten Stelle vor Ort
  • Einsatz von Überwachungstechniken zur Nachvollziehbarkeit von Tatgeschehnissen

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