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Methode Betonschuh: „Letzte Generation“ stürmt Baustellen

Ausgabe 7/2023 |
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Ausgabe 7/2023
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Nachdem sich die Aktivisten der „letzten Generation“ vermehrt Handgreiflichkeiten durch Autofahrer ausgesetzt sahen, haben sie ihren Aktionsradius spontan verschoben. Statt sich auf dem Asphalt von Verkehrsstraßen festzukleben und den Berufsverkehr zu blockieren, finden sie sich nun vermehrt auf Baustellen ein, auf denen gerade betoniert wird. Sie wollen so den weiteren Fortgang von Bauarbeiten verhindern.

Die Informationen über in Frage kommende Lokationen saugen sie sich unkompliziert aus dem Internet: Dort sind Baustellen-Überwachungskameras, die nicht passwortschützt sind, selbst für Nachwuchshacker im Vorschulalter recht unkompliziert einsehbar. Die Aktivisten erscheinen dann in der Nähe der Baustellen und lauern dort Fahrmischer und Betonpumpe auf. Sobald die beiden markanten Fahrzeuge erscheinen, beginnt die Aktion: Die Personen geben sich als Personal des Betonlieferanten aus und verschaffen sich Zutritt zum zu betonierenden Bereich. Kaum ist das Material eingebracht und verteilt, springen sie in die frisch betonierten Bau-teile und verkeilen ihre Gummistiefel in den Bewehrungsgittern. Ganz ohne Kleber kommen sie dabei allerdings nicht aus: Die Füße werden ihrerseits in den Gummistiefeln mittels eingegossenem Sekundenkleber fixiert.

Baustellen sind aus der Sicht der Aktivisten besonders gut als alternative Plätze für Protest geeignet, da Beton für bis zu zehn Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Der Sicherheits-Berater hat allerdings Grund zur Annahme, dass noch eine andere Motivation entscheidend sein könnte: „Bei Bauarbeiten stoßen wir zudem auf vergleichsweise hohe Akzeptanz, weil wir den unmittelbar Betroffenen durch unser Eingreifen für den Klimaschutz eine längere Zwangspause verschaffen. Das freut die Bauarbeiter.“, so ein Sprecher gegenüber unserer Redaktion. Lediglich bei den Baggerfahrern vermisse man im Einzelfall eine politisch korrekte Willkommenskultur: So wurde bereits in Bonn-Endenich ein Baggerfahrer unter dem Verdacht verhaftet, einen Letzte-Generation-Aktivisten mit seiner Baggerschaufel ungespitzt in den Beton gehauen zu haben. Die vermutete Einschlagstelle wird derzeit noch kriminaltechnisch freigelegt und untersucht.

Maßnahmen

  1. Besonders gefährdet sind Baustellen in der Nähe von Flughäfen. Die Aktivisten der letzten Generation stehen unter Zeit-druck und nutzen daher bevorzugt das Flugzeug als Verkehrsmittel der Wahl. Beantragen Sie bei den Ordnungsbehörden den Abbau aller Verkehrsschilder, die zwischen Flughafen und Ihrer Baustelle aufgestellt wurden. Sollte sich der Amtsweg als zu bürokratisch erweisen, stellen Sie zusätzliche Verkehrsschilder mit Verweis auf Ihre Baustelle auf – mit in die Irre führenden Richtungspfeilen. Oder kombinieren Sie ein Einbahnstraßenschild (VZ 220) mit dem Sackgassenzeichen (VZ 357). Da fahren nicht viele rein.
  2. Am Flughafen steigen die Aktivisten erfahrungsgemäß (aus Gründen der Tarnung) um in Autos mit Verbrennungsmotor. Halten Sie an der Baustelle einen Besucherplatz mit Videoüberwachung und Alarmmeldung vor.
  3. Investieren Sie in die Anschaffung einer mobilen Beschallungsanlage, um den Stoppok-Titel „Aus dem Beton“ in Dauerschleife mit 120 dB(A) zu wiederholen. Und zwar nur den halben Refrain mit folgender Liedzeile: „Dumpf dröhnt es aus dem Beton. Wie ein Schrei in das Ohr. Es dröhnt wie ein Gong. Und es kommt ihr so vor. Als wär der Winter zu Ende.“
  4. Von dem Plan, einfach weiter zu betonieren, ist dringend abzuraten: Mit den Aktivisten dürfte gleich ein ganzer Pressetross anreisen. Halten Sie Schnittchen und Unternehmensbroschüren zur Verteilung bereit.

(Der Beitrag erschien am 1. April 2023 und ist auch so zu verstehen.)

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