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Buchtipp

„Chronik eines Staatsversagens“

Ausgabe 14-15/2025 |
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Ausgabe 14-15/2025
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Gisela Kirschstein: Flutkatastrophe Ahrtal – Chronik eines Staatsversagens. Frankfurter Allgemeine Buch, 1. Auflage 2023, 191 Seiten, 24,00 € (E-Book: 16,99€), ISBN 978-3-96251-149-4

Die Autorin ist a) erfahrene Journalistin und b) mit der von der Flutkatastrophe vom 14.07.2021 verwüsteten Region gut vertraut. Das Ergebnis resultiert in einer gut recherchierten Anklageschrift. Die Enttäuschung und Wut der Überlebenden („Gewarnt wurden wir nicht“, S. 11) sind immer präsent und spürbar. Währenddessen entsteht vor dem Leser anhand der minutiös referierten Erkenntnisse des zur Aufklärung eingesetzten Untersuchungsausschusses sowie eigener Recherchen in der Tat ein Bild des weitestgehenden Versagens und des Im Stich Lassens. Keineswegs seitens der Rettungsdienste (S. 14 und Kapitel 14: „Die wahren Helden der Flutnacht“), sondern seitens der Verwaltung und insbesondere der Politik.

Gerade wenn man dem Ahrtal und seinen Bewohnern persönlich verbunden ist (der Rezensent hat zum Zeitpunkt der Ahrflut im Ahrtal gearbeitet), so ergibt sich eine besonders zwingende, aber teils auch kaum noch erträgliche Lektüre. Trotz ein paar Redundanzen ist das Buch spannend wie ein Krimi. Nur dass in diesem „Whodunnit?“ die 136 Opfer eben wirklich gestorben sind. Doch auch allen anderen professionell oder einfach nur menschlich am Thema Interessierten muss die Lektüre rundum empfohlen werden.

Von Versagen zu Versagen arbeitet die Autorin nachvollziehbar das Grauen heraus: das Warten auf Faxe, die nie geschickt wurden, verhinderte unfassbar lange das Ausrufen der höchsten Alarmierungsstufe (S. 74), sehr konkrete Vorwarnungen der Wissenschaft verhallten ungehört (S. 34-35), die Feuerwehr ist unvorbereitet (S. 42), der Krisenstab ein Fiasko (S. 43) usw. usf. Ihr Fazit: die Opfer der Flutnacht hätten nicht sterben müssen. Die komplett versagt habende Politik hat jede Mitverantwortung dennoch stets brüsk zurückgewiesen.

„Warnapps, die nicht warnen. Verantwortliche, die blind im Nebel stochern. Überforderte Ehrenamtler, die für so eine Krise überhaupt nicht ausgebildet sind. Und Leitstellen, die im Jahr 2021 auf ein Fax warten, das nie kommt. Das ist die Realität im Katastrophenschutz in Deutschland Anno 2021.“ (S. 173)

Das Schlimmste: Nach der Überzeugung der Autorin stehen wir zum Zeitpunkt der Abfassung des Buches (2023) keineswegs besser da.

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