Unfälle am Arbeitsplatz lassen sich nicht komplett vermeiden. Die meisten Verhaltensfehler hingegen schon – sofern die Stimme von Fachkräften für Arbeitssicherheit gehört wird. Denn sie kümmern sich laut dem DEKRA Arbeitsmarktreport 2025 “Tag für Tag darum, Unfällen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Beschäftigten vorzubeugen. Statistiken zeigen: Die Fachkräfte haben schon viel bewirkt, denn in Deutschland wird Arbeiten seit Jahren sicherer. Und trotzdem bleibt viel zu tun. Das Aufgabenspektrum von Fachkräften für Arbeitssicherheit ist sehr breit, wie die Analyse von 251 Stellenangeboten belegt. Arbeitgeber setzen nicht nur profunde Fachkenntnisse und Spezialwissen voraus, sondern wünschen sich auch starke Persönlichkeiten für die Stellen. Denn die Expertinnen und Experten in Sachen Sicherheit müssen den Überblick über vielfältige Aufgaben und Richtlinien behalten und oft noch Aufklärungsarbeit leisten.
Arbeitssicherheit ist in allen Branchen ein Thema. Jede fünfte der gesuchten Fachkräfte arbeitet später bei einem Dienstleister, der auf Arbeits- und Gesundheitsschutz spezialisiert ist (20,3 %). Mehr als jede zehnte Stelle hat ein Personaldienstleister ausgeschrieben (12,4 %). Außerdem scheinen Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst derzeit einen erhöhten Bedarf an der Sicherheitsexpertise zu haben (9,6 %).
Die Aufgabenbeschreibungen sind weit gefasst und beinhalten viele strategische und operative Tätigkeiten. Die gesetzlich definierte Kernaufgabe von Arbeitssicherheitsfachkräften ist es, die für den Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwortlichen Personen zu beraten und zu unterstützen. Basis hierfür ist die Gefährdungsbeurteilung, die in nicht ganz drei Viertel der Stellenbeschreibungen als Aufgabe erwähnt wird.
Beschäftigte empfinden Sicherheitsvorschriften oft als Schikane, z. B. das Tragen von Helmen oder Gehörschutz und versuchen, sie zu umgehen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit müssen deshalb immer wieder die Ziele und die gewünschten Handlungsweisen erklären, um eine Verhaltensänderung zu bewirken. Dies geschieht unter anderem im Rahmen von Schulungen. Außerdem führen die gesuchten Fachkräfte regelmäßig Begehungen und Audits durch oder prüfen, ob z. B. Betriebsanlagen sicher sind. Die festgelegten Konzepte und Maßnahmen setzen drei von zehn der Spezialistinnen und Spezialisten selbst um und überprüfen auch, ob sie eingehalten werden. Mit einer sorgfältigen Dokumentation und Reportings erfüllen sie die gesetzliche Verpflichtung und können nachweisen, ob Maßnahmen wirken.”
