2026 wird das Jahr sein, in dem autonome KI-Cyberkriminelle ihren ersten Angriff starten, Video-Deepfakes Banken Kopfzerbrechen bereiten und Hacker Angriffe auf die medizinischen Daten von Nutzern starten, prognostizieren Cybersicherheitsexperten. Bereits 2025 waren selbst die größten Unternehmen und Regierungsinstitutionen, einschließlich der USA, nicht vor Hackerangriffen gefeit. Laut dem aktuellen Global Cybersecurity Report 2025 von Cyble wurden fast 15.000 Vorfälle im Zusammenhang mit Datenverstößen und -lecks gemeldet.
Das Jahr 2026 wird von noch mehr Sicherheitsverletzungen geprägt sein, da KI-Tools es Hackern ermöglichen, mit einem einzigen Klick Tausende von Menschen anzugreifen, warnen Cybersicherheitsexperten. Rückblickend auf das Jahr 2025 war einer der größten Hackerangriffe der auf die australische Fluggesellschaft Quantas. Hacker legten Daten von fünf Millionen Kunden offen, darunter Namen, Geburtsdaten und E-Mail-Adressen, und begannen vor einigen Monaten, diese im Dark Web zu verkaufen. Es gab viele weitere ähnliche Fälle, an denen Unternehmen wie Oracle, Volvo und SK Telecom beteiligt waren und die zu Datenlecks oder zum Stillstand des Geschäftsbetriebs führten.
Im Sommer deckten Sicherheitsforscher den größten Datenverstoß der Geschichte auf, bei dem 16 Milliarden Passwörter offengelegt wurden, darunter solche von Apple, Facebook, Google, Telegram und vielen anderen. Einige Angriffe betrafen staatliche Institutionen, darunter kürzlich das US-Kongressbudgetamt. Laut dem Bericht von Cyble standen Regierungsinstitutionen bei den gesamten Bedrohungsaktivitäten an erster Stelle.
Cyberkriminelle nahmen auch Nutzer direkt ins Visier. Kürzlich wurden in Südkorea mehr als 120.000 Kameras gehackt, um sogenannte „Sexploitation”-Aufnahmen zu machen.
Laut Experten von Planet VPN, einem Anbieter von kostenlosen virtuellen privaten Netzwerken (VPN), wurde ein erheblicher Teil der Angriffe in diesem Jahr durch KI-Tools verstärkt.
Prognose 1: KI-Cyberkriminelle
Bislang ist KI nur ein Werkzeug für Cyberkriminelle gewesen, mit dem sie Angriffe organisieren und beschleunigen konnten. Mit den zunehmenden Fähigkeiten der agentenbasierten KI wird KI jedoch unweigerlich beginnen, eigenständig Angriffe durchzuführen.
In seinem jüngsten Bericht hat Anthropic bereits eine Hacking-Kampagne beschrieben, bei der etwa 80 bis 90 % der Operation mithilfe der Claude-Tools des Unternehmens eigenständig durchgeführt wurden.
KI-Tools werden nach Schwachstellen suchen und Zero-Day-Lücken – Sicherheitslücken, die den Anbietern unbekannt sind – ausnutzen, ohne dass ein Mensch eine Tastatur berührt. Da unsere Häuser, Arbeitsplätze und Infrastrukturen zunehmend von KI gesteuert werden, wird jede Sicherheitslücke zu einem potenziellen Angriffsvektor.
Prognose 2: Hyperrealistische Deepfakes
Deepfakes – KI-generierte gefälschte Videos, Audiodateien oder Bilder, die dazu dienen, sich als andere Personen auszugeben – bereiten Banken und anderen Unternehmen zunehmend Kopfzerbrechen, da sie die Umgehung von Online-Verifizierungen ermöglichen. Vor kurzem hat eine Versicherungsgesellschaft, die darin eine lukrative Geschäftsmöglichkeit witterte, sogar damit begonnen, Versicherungsschutz für Vorfälle anzubieten, bei denen KI-Deepfakes den Ruf von Unternehmen schädigen.
Auch einzelne Nutzer sind gefährdet. Das FBI hat kürzlich Nutzer gewarnt, dass Kriminelle gefälschte Bilder von Entführungen erstellen und diese für Betrügereien verwenden. Laut Levinzon sind gefälschte Videoinhalte die wirklich wachsende Bedrohung.
Vorhersage 3: Digital body snatching
Millionen von Smartwatches, Ringen, KI-Wearables und sogar manche modernen Matratzen sind mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet, die alles erfassen – von Ihrem Standort über Ihre Herzfrequenzdaten bis hin zu Ihrem Stresslevel. Experten zufolge werden diese Sensoren mit zunehmender Anzahl zu attraktiven Zielen für Cyberkriminelle.
Potenzielle Hacks von Wearables, Deepfakes und autonome KI-Systeme bedeuten, dass Nutzer im nächsten Jahr zusätzliche Schritte und Sicherheitsmaßnahmen ergreifen müssen. Neben Wachsamkeit empfehlen wir auch die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Software-Updates und die Verwendung eines VPN, das einen wichtigen zusätzlichen Schutz vor Hackern bietet.