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40 Jahre nach „1984“.

Rückschau

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Bernd Zimmermann

Die Welt, die George Orwell 1949 in seinem Roman „1984“ beschrieb, ist heute 40 Jahre alt. Im wirklichen Jahr 1984 wurde diskutiert, was von Orwells Vorhersage wohl eingetroffen sein mag. Und heute, 2024?

Was bleibt von George Orwells Vorhersagen?

In den späten 1940er Jahren porträtierte George Orwell mit seinem bahnbrechenden Roman “1984” in der Vorhersage eine totalitäre Gesellschaft, in der Überwachung, Zensur und Gedankenkontrolle allgegenwärtig waren. Heute, im Jahr 2024, fragen wir, ob sich Orwells Voraussagen für das Jahr 1984, bezogen auf unsere Gegenwart, bewahrheitet haben. Sicher hat Orwell einige Aspekte der modernen Gesellschaft und Regierung, die viele als bemerkenswert betrachten, vorausgesehen. Wir erinnern uns und zitieren aus dem Klappentext des Romans (Taschenbuch-Ausgabe von April 1983):

„Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor in diesem visionären Roman das erschreckende Zukunftsbild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolut autoritären Staatsmacht.“
George Orwell, 1984, DRITTER TEIL, Kapitel 2

Als das Jahr 1984 anbrach, gab es in nahezu allen Medien Buchbesprechungen und Diskussionen, inwieweit George Orwell mit seinen Prophezeiungen richtig gelegen haben könnte. Seitdem sind 40 weitere Jahre vergangen. Wir erinnern uns: Das Internet in der heutigen Form gab es damals noch gar nicht. Keine E-Mail, keine Cloud, keine Verschlüsselungsdebatte, keine Phishing-Attacken, kein Facebook, kein VoIP, kein Whatsapp, keine SMS, kein Identitätsklau, keine Künstliche Intelligenz. Dagegen mutet die im Roman beschriebene Technik steinzeitlich an: Wir erinnern uns unter anderem an den „Televisor“ (im Original: „Telescreen“), der in Orwells Roman eine wichtige Rolle spielte, und gar nicht so altertümlich war: Mit einem schicken 3D-Flatscreen versehen könnte er es auch heute durchaus auf eine Computershow schaffen. Jedenfalls war er deutlich näher dran am Internet als die Diplomatenkoffer mit den kompletten Bildaufnahmegeräten, die der Spiegel damals als Nonplusultra der Technik beschrieb. Bei dem Gerät handelte es sich nämlich einerseits um eine Überwachungskamera inklusive Mikrofon, andererseits um einen Multimedia-Bildschirm, über den der Big Brother individuell mit dem Überwachten kommunizieren konnte.

Von durchorganisierter Tyrannei wird jedoch heute außer ein paar Verschwörungsverwirrten niemand reden wollen. Einige der Elemente aus “1984” sind aber durchaus heute noch als Realität erkennbar:

Überwachung und Datenschutz: Orwell beschrieb eine Welt, in der die Regierung die Bürger ständig überwachte, sowohl physisch als auch durch Technologie. Heute leben wir in einer Ära, in der Überwachungskameras allgegenwärtig sind, und digitale Technologien ermöglichen es Regierungen und Unternehmen, unsere Aktivitäten online zu überwachen. Unsere Onlineaktivitäten werden aufgezeichnet und analysiert, und die Kontrolle über Informationen ist zu einem Schlüsselwerkzeug für Regierungen und Unternehmen geworden. Die Debatte über Datenschutz, Meinungsfreiheit und Regierungsüberwachung ist heute so aktuell wie nie zuvor. Allerdings: Wer sämtliche Intimitäten glaubt offen twittern zu müssen, der braucht kaum noch einen Big Brother. Und wer eine Smartwatch am Handgelenk trägt, der gibt meist auch sein Einverständnis dazu, dass das Mikrofon eingeschaltet ist und alles rund um die Uhr aufzeichnen und auf unbekannte Server in China laden kann.

Manipulation von Informationen und Fakten: In “1984” wurde die Realität durch die Regierung verzerrt und kontrolliert, indem Fakten geändert und Informationen zensiert wurden. Heutzutage gibt es Diskussionen über die Verbreitung von Fehlinformationen und die Manipulation von Nachrichten durch verschiedene Akteure, sei es durch staatliche Propaganda oder durch Desinformation in den sozialen Medien.

Autoritäre Regime und Machtmissbrauch: “1984” porträtiert eine totalitäre Regierung, die ihre Macht auf autoritäre Weise ausübt und die individuelle Freiheit unterdrückt. Obwohl nicht jede Regierung in der Welt so extrem ist wie die im Roman dargestellte, gibt es viele Beispiele für autoritäre Regimes, die ihre Macht missbrauchen und die Rechte ihrer Bürger einschränken.

Sprachmanipulation und Neusprech: Orwell prägte den Begriff “Neusprech”, um eine Form der Sprache zu beschreiben, die von der Regierung verwendet wird, um die Gedanken und Überzeugungen der Menschen zu kontrollieren. Heute sehen wir ähnliche Tendenzen, bei denen bestimmte Wörter und Begriffe politisiert oder neu definiert werden, um eine bestimmte Agenda voranzutreiben. Allerdings geht die Sprachmanipulation nicht von der Regierung aus, sondern von sogenannten „woken“ akademischen Kreisen, die uns weißmachen wollen, dass Indianerspielen rassistisch ist. „Big Brother is watching you!“ – als Big Brother muss heute auch diese Weltverbessererklientel bezeichnet werden, die mit der Methode „Cancel Culture“ versucht, ein vermeintliches Fehlverhalten abzustrafen bis hin zu Boykottaufrufen.

Diese Parallelen zwischen Orwells Vision und der heutigen Realität sind zwar beunruhigend, aber es ist wichtig zu betonen, dass “1984” ein Roman ist und keine direkte Vorhersage der Zukunft. Dennoch bietet das Buch weiterhin eine kraftvolle Warnung vor den Gefahren des Totalitarismus und der Einschränkung individueller Freiheiten.

Ein Aspekt, den Orwell allerdings nicht vorhersehen konnte, war die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI). Heute, im Zeitalter des digitalen Fortschritts, erleben wir eine Revolution in der Künstlichen Intelligenz, die Orwells Vorstellungskraft übersteigen würde. KI-Systeme können enorme Mengen an Daten analysieren, Muster erkennen und sogar menschenähnliche Entscheidungen treffen. Während dies viele positive Anwendungen hat, birgt es auch Risiken für Überwachung und Kontrolle.

In unserer Zeit werden KI-Algorithmen bereits eingesetzt, um das Verhalten von Menschen vorherzusagen, ihre Kommunikation zu überwachen und sogar ihre Gedanken zu analysieren. Die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung unserer Gesellschaft eröffnet neue Möglichkeiten für Überwachung und soziale Kontrolle, die Orwells düsterste Vorstellungen übertreffen könnten.

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