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Danksagung für 45 Jahre Zusammenarbeit

Ausgabe 12/2024 |
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Ausgabe 12/2024
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Allein diese Überschrift ist etwas Außergewöhnliches. Zusammenarbeit 45 Jahre! Das ist die Zeit, in der Peter Stürmann, Geschäftsführer der VZM-Firmengruppe und Mitherausgeber des Sicherheits-Berater, diese gestaltet hat. Ich suchte damals einen Mitarbeiter, der mich ersetzen (!) konnte. Welcher Jungunternehmer will austauschbar sein? Ich wollte den Freiraum gewinnen, um mich stärker um meine kleine Tochter zu kümmern, die Monate im Krankenhaus verbringen musste. Da brauchte ich einen vertrauenswürdigen Sachwalter, dem ich das Unternehmen anvertrauen konnte. Denn jeden Morgen war ich schon ab fünf Uhr bei dem Kind.

So wandte ich mich an den Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung in Köln, wo mein Interesse an der IT-Sicherheit entstanden war. Prof. Sieben empfahl mir spontan Peter Stürmann. Fangen Sie aber mal mit einem Zwei-Personen-Unternehmen und zwei freien Mitarbeitern einen Überflieger ein, der mit 23 schon seinen Diplomkaufmann gemacht hat.

Das Thema EDV-Sicherheit war damals auch exotisch und fühlte sich nicht so prickelnd an. Aber ihn zeichnete aus, dass er neben Revision im Hauptfach die Fächer Bankbetriebslehre und Informatik hatte. Aus meiner Sicht eine zukunftsweisende Fächerkombination. Daher bat ich ihn, mit mir nach Stuttgart zu fahren und dort an einem von mir als Alleinunterhalter durchgeführten Seminar über Computerkriminalität teilzunehmen. Das machte ihn neugierig. Auf der Hinfahrt kam er mir mit Charme erstaunlich offen und eigentlich sogar frech. Aber so, dass ich herzhaft lachen musste. Er hatte mich richtig eingeschätzt.
Für mich stand fest: Der muss bei mir anfangen. Der hat Mut, Fingerspitzengefühl und Geschick in der Formulierung und Humor. Er passte einfach! Ich brauche Leute, die ehrlich sind, Humor haben und Mut. Ich erklärte ihm, dass ich den Ehrgeiz hätte, der Papst einer Branche werden zu wollen, die es noch gar nicht gab. Meine Beratungs-GmbH war damals in Deutschland die einzige professionelle Beratungsgesellschaft für HighTech-Sicherheit.

So bot ich ihm als „Einstiegsrang“ einen Kardinalshut an. „Kardinal ist auch nicht schlecht!“ war seine knappe Antwort. Später gestand er mir mal, dass er sich dabei dachte: „Den Job mach ich mal zwei Jahre und dann suche ich mir eine anständige Firma.“ Also ein Ja mit Mentalreservation, wie der Jurist sagen würde.

Das mit der Suche nach einer anständigen Firme war wohl seine größte berufliche Fehleinschätzung. Er suchte keine „anständige Firma“, sondern machte aus der kleinen Klitsche stattdessen ein veritables und mit Spitzenruf international anerkanntes Beratungsunternehmen. Ich gewöhnte mich dann im Laufe der Zeit daran, dass ich nach Rückkehr aus einem Urlaub den Laden nicht wiedererkannte. Er hatte ja freie Hand. Neue Rechner, neue Telefonanlage oder eine neue Unternehmensstruktur, eine Corporate Identity mit neuen VZM-Logos etc. Und vor allem konnte ich meinen Schreibtisch nicht mehr erkennen. Fremdheit durch Ordnung und Übersichtlichkeit. Wie er und meine Sekretärin es geschafft hatten, dass ich dennoch alles wiederfand und arbeiten konnte auch ohne mein kreatives Chaos, ist mir bis heute ein Rätsel. Auf meine Frage, warum er das mit mir nie vorher besprochen hatte, kam die Antwort, „Sie hätten mich dabei nur gestört!“ Auch das war wohl die richtige Einschätzung.

Zur freien Hand gehört auch Vollmacht. Er war schon etwas verwundert, als ich ihm sehr bald auf die Firmenkonten und auch meine privaten Bankverbindungen Alleinvollmacht erteilte. „Ist Ihnen klar, dass ich Sie damit arm machen kann?“ fragte er etwas entgeistert. War es mir natürlich. Dann fügte er lächelnd hinzu: „Aber reich werde ich nur, wenn ich Sie reich mache!“ Ein echter Stürmann.
Stürmann ist ein echter Glücksgriff gewesen. Dabei sind wir vom Charakter her völlig verschieden. Er der Analytiker und voraus-schauende Planer, ich der kreative Chaot. Beide voller Ideen. Beide wissen wir ohne Rücksprache, wie der andere was denkt. Wir haben gelegentlich unterschiedliche Meinungen in der Beurteilung von Sachverhalten und Zielen, haben uns aber in 45 Jahren nie gezofft und immer eine gemeinsame Entscheidung gefällt! Früh wurde er auch maßgeblicher Gesellschafter in den Unternehmen der Firmengruppe.

Schön ist daher auch, dass Peter Stürmann sich hat „klonen“ lassen: Als sein Sohn Sebastian Stürmann kurz vor Weihnachten 2019 mitteilte, er habe es sich überlegt und wolle das Angebot, bei uns einzusteigen, annehmen, war das ein großes Weihnachtsgeschenk.

Danke für die spannende, kreative und außergewöhnlich erfolgreiche Zeit.

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