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Editorial

Sicherheit mal so mal so

Ausgabe 23/2019
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Ausgabe 23/2019
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Liebe Leserinnen und Leser,

Sicherheit wird unterschiedlich wahrgenommen. Für die einen ist die Sicherheit mit Behinderungen verbunden, für die anderen kann es nicht genug Sicherheit geben. Und für manchen Mitbürger ist die Sicherheit etwas, das er nicht für relevant hält.

Die verschiedenen Wahrnehmungen lassen sich sehr genau bei den Sicherungsmaßnahmen des Breitscheidplatzes in Berlin nachvollziehen. Dort gab es heftig kontroverse Diskussionen in allen Bevölkerungsschichten wegen der mit entsprechend martialischer Optik installierten Absperrmaßnahmen. Sie machen aus dem Platz eine Art Festung. Sie bewirken aber auch, dass rückläufige Umsätze bei den Anrainergeschäften beklagt werden. Dagegen empfinden z. B. Touristen, die aus Staaten kommen, wo man durchaus eher Opfer einer Aggression zu werden droht, die Sicherungsmaßnahmen als richtig und gut. Sie fühlen sich in diesem Umfeld sogar wohler als an anderen nicht gesicherten Plätzen. Diese beiden Standpunkte sind sehr schwer auf einen Nenner zu bringen. Und noch schwieriger wird die Debatte, wenn die Sprache auf die Definition der Gefahr bzw. Bedrohung kommt, gegen die es sich zu schützen gilt. Dann rückt eine Verständigung in weite Ferne. Denn die Gefährdungsbeurteilungen der Exekutive lauten meist unisono, dass keine konkrete Gefahrensituation für die Stadt XYZ besteht. Oft wird aber nachgeschoben, dass von einer abstrakten Terrorgefahr, wie sie in ganz Deutschland besteht, auszugehen sei. Natürlich sind solche Aussagen nicht wirklich zielführend. Aber man muss auch die Behörden verstehen, die solche zurückhaltenden Aussagen treffen (müssen). Einerseits besteht das Bedrohungspotenzial zwar, andererseits können sie die explosive Gefahr nie hundertprozentig genau voraussagen. Neben dem internationalen Terrorismus gibt es eine Vielzahl weiterer Bedrohungen, die gar nicht im Fokus der Behörden stehen können. So zum Beispiel der Angriff auf Passanten im Ruhrgebiet am Silvesterabend 2018 oder in Münster am 7. April 2018, um nur zwei Beispiele zu nennen. Diese Angriffe erfolgten spontan und waren daher für die Behörden nicht vorhersehbar. Manchmal geschehen sie auch planlos – und die Täter sind im Vorfeld auch nicht observierbar. Man muss also die Balance halten zwischen einem adäquaten Schutz, der sowohl bezahlbar als auch mit zurückhalten der Optik realisierbar sein sollte, und der Signalisierung eines für Bürger wie für Angreifer erkennbaren Schutzes. Einige der nachfolgenden Artikel bilden die erreichten Erfolge um dieses Bemühen in verschiedenen Städten ab. Und wir stellen auch Lösungen vor, die für mehr Sicherheit sorgen, ohne dabei die Optik negativ zu verändern. Übrigens, es tut sich einiges auf dem Gebiet der Sicherheit bei Angriffen mit Fahrzeugen. Wie wir erst kurz vor Redaktionsschluss erfahren haben, gibt es eine Software, die Geodaten nutzt, um mögliche Fahrzeugbedrohungen sowie Vektoranalysen der Angriffsschwere für jedes Gebiet der Welt zu ermitteln. Wir werden uns die Software einmal etwas nähe anschauen, um darüber zu berichten.

Schwerpunkte:

Ausgabe 23/2019
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