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Editorial

Ohne Personenkontrolle zum FC Bayern München?

Ausgabe 14+15/2019
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Ausgabe 14+15/2019
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Im Juni 2019 verkündete das amerikanische Unternehmen „Liberty Defense Corp.“, dass es mit dem FC Bayern München eine Absichtserklärung zum Test eines neue Überwachungs-systems namens „HEXWARE“ unterschrieben habe. Ein System, welches angeblich Security-Ordner einsparen hilft! Als Beobachter stellt man sich die Frage, ob dies wirklich neu ist oder nur gutes Marketing?

Die Technologie wurde am Lincoln Laboratory Massachusetts Institute of Technology in Lexington entwickelt. Die Patente zur Umsetzung hat sich Liberty Defense gesichert – das Unternehmen kommuniziert das über diverse Pressemitteilungen (z. B. auf www.dgap.de, Kurzlink https://bit.ly/2InvNbv ). Was soll daran besonders sein? Die verwendete 3D-Imaging-Technologie (schwachenergetische Radarbilder) finden wir bereits in Überwachungsgeräten. Diese erkennen meist recht genau metallische und nicht metallische Handfeuerwaffen, Messer, Sprengstoff usw. Das Neue ist jedoch die Nutzung einer Künstlichen Intelligenz (KI). Eine statische Verortung der Person fällt weg, da der Raum und die Bewegung einer Person zusätzlicher Bestandteil der Überprüfung (schnellere Zeit für genauere Prüfung!) wird. Architektur und Sicherheit verbinden sich. Und wenn die Personen zu schnell laufen? Wie hoch ist die Falsch- bzw. Fehlalarmrate? Oder nimmt man das Risiko der Nichtdetektion in Kauf? Solche Fragen werden auch Bestandteil des Tests an einigen Zugängen im nächsten Jahr sein müssen! Sicher wird viel davon abhängen, wie die Systeme mit Informationen gefüttert werden. Denn nur wenn ein präziser Abgleich zwischen dem aufgenommenen Untersuchungsobjekt „Mensch“ und den möglichen gefährlichen Gegenständen oder
Stoffen stattfindet, werden diese Systeme für vielfältige Einsatzbereiche interessant. Eindeutiger Vorteil für die Raumgestaltung: Die Verkehrswege können so angelegt werden, dass Personenströme sich gleichmäßig verteilen (bei der Allianz-Arena in München bereits gut gelöst). Und der Architekt muss sein Design nicht auf die Geräte ausrichten, sondern kann diese in seine Raumgestaltung integrieren.

Aber Technologie ist nicht allles: Auch Liberty Defense weist auf die Notwendigkeit nachgelagerter Aktionen hin – angefangen von der Nachkontrolle an einem ständig besetzten Platz über direkte Gästeansprache durch das Sicherheitspersonal (warum eigentlich: Bringt sich dieses damit nicht selbst in Gefahr?) bis hin zu automatischen Verriegelungen von Türanlagen usw. Nach unserer Ansicht steckt aber bei Letzterem das größte Potenzial, später aus den Erfahrungen des Beta-Testes beim FC Bayern lernen zu können. Dabei kann man sich über intelligente Zutrittskonzepte unter Berücksichtigung aller rechtlichen Aspekte Gedanken machen. Und auch der Aspekt des wirtschaftlichen Einsatzes von Wachpersonal dürfte dabei interessante Erkenntnisse erwarten lassen. Bei den Sensor-Gates im Bereich Zutrittskontrolle haben sich ja das Prinzip der offenen Anlagen und der Verschluss bei nicht berechtigtem Zugang nicht durchgesetzt! Wir sind gespannt, ob diese neuen Detektionssysteme mehr Erfolg haben werden.

Schwerpunkte:

Ausgabe 14+15/2019
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