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Verflixte Tippfehler.

Kommunikation

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Bernd Zimmermann

Tippfehler sind schnell passiert und meist ärgerlich bis folgenschwer. Umso wichtiger ist es, sie zu vermeiden.

Ein einziger „Vertauscher“ uriniert alles.

Als es noch kein Internet gab und keine Computer, pflegte der eine oder andere gymnasiale Deutschlehrer den Schülern wie folgt die Wichtigkeit der Zeichensetzung zu erklären: Wer ein Fax verschickt mit den Worten „Komme heute, nicht morgen.“, der teile einen anderen Inhalt mit als mit den Worten „Komme heute nicht, morgen.“ Das falsche Setzen eines Kommas könne schwere Folgen nach sich ziehen.

Ähnliche Auswirkungen auf den gemeinten Sinn von Aussagen können Tippfehler haben. So kann ein einziger Tippfehler „alles urinieren“. Wikipedia nennt die vier häufigsten Arten von Tippfehlern: Vertipper, Vertauscher, Einfüger und Auslasser:

  1. Mit Vertippern haben wir es in der Redaktion gelegentlich zu tun: „Kohlensäue“ lassen sich nur als ungewollter Auslasser eines Buchstabens erklären.
  2. Bei dem Beispiel „urinieren“ handelt es sich um einen Vertauscher. Richtig wäre selbstverständlich „ruinieren“ gewesen.
  3. Wenn in einem Prospekt eines Autoherstellers von „Schweinwerfern“ die Rede ist, kann es sich wohl nur um einen Einfüger gehandelt haben.
  4. Vertipper ergeben meist keinen Sinn mehr oder sie führen in die Irre, z. B. ins „Betonfundamt“.

Tippfehler mit mehr oder weniger weitreichenden Folgen sind im Internet zahlreich dokumentiert. Ein paar Beispiele:

  • Das Redaktionsnetzwerk berichtete 2016 über einen Brief an Auslandsitaliener, in dem eine falsche Internetadresse angegeben wurde. Demnach sollte auf der eigens eingerichteten Seite www.bastaunsi.it für die Teilnahme an einem Referendum und eine Stimmabgabe mit Ja geworben werden („Basta un Sì“ bedeutet übersetzt „Es reicht ein „Ja“). Stattdessen wurde die nicht existente Webadresse www.bastausi.it kommuniziert. Die Gegner der Kampagne sollen wohl schnell reagiert, diese falsche Webadresse gebucht und Besucher von dort auf eine eigene Seite umgelenkt haben, auf der Argumente für ein Nein zu lesen waren. Diesen bewussten Vorgang des Ausnutzens falsch geschriebener Webadressen nennt man heute übrigens „Typosquatting“.
  • Der Deutschlandfunk widmete sich in einem Beitrag den Folgen von Tippfehlern, die Zahlen betreffen. Das beträfe z. B. das vergleichsweise harmlose Verwählen am Telefon ebenso wie das gefährlichere Vertippen beim Eingeben von Kontonummern. Besonders bei Überweisungen im Online-Banking werde nicht geprüft, ob eine falsch eingegebene Kontonummer tatsächlich dem Namen eines Kontoinhabers zugeordnet werden könne.
  • Das Westfälische Ärzteblatt überschrieb einen ihrer seiner Beiträge mit der Überschrift „Tippfehler auf Rezept“ – was wörtlich gemeint war. So könne es durchaus vorkommen, dass bei den Einnahmeanweisungen für Arzneimittel Tippfehler für eine falsche Dosierung sorgen und die sichere Patientenversorgung gefährdeten.
  • Der „wohl teuerste Tippfehler der Geschichte“ ereignete sich im Jahr 2017, als ein Amazon-Techniker mit einem Vertipper nicht nur die Internetseite von Amazon selbst lahmlegte, sondern auch Webseiten wie Expedia oder Buzzfeed. Der Schaden soll sich auf mehr als 150 Millionen US-Dollar belaufen haben, berichtete die Augsburger Allgemeine.
  • Tippfehler können auch Gutes bewirken: So soll der Name „Google“ durch einen Tippfehler entstanden sein. Das jedenfalls berichtet ChannelPartner (und andere). So sollte Google ursprünglich „Googol“ heißen. Dabei handelt es sich um einen Begriff aus der Mathematik. Er steht für die Zahl 10100, also eine 1 mit 100 Nullen. Infolge eines Tippfehlers sei man schließlich bei der Suche nach einer freien Internetadresse auf google.com gestoßen, die den Google-Leuten gefallen habe.

„Tippfehler mit Folgen“ – es gibt deutlich zu viele Zeitungsbeiträge, die Beiträge mit dieser Überschrift verfasst haben. Es lohnt sich also immer, sorgfältig zu schreiben, Korrekturfunktionen zu nutzen und Gegenlesen zu lassen. Dass Tippfehler auch zu etwas gut sind, kommt zu selten vor, als dass man beim Schreiben nachlässig werden sollte.

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