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Editorial

Säureangriffe auf Schlösser: neuer Trend?

Ausgabe 4/2023
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Ausgabe 4/2023
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Liebe Leserinnen und Leser,

Polizei und Medien warnen vermehrt vor Angriffen auf Türschlösser mit Hilfe von Salpetersäure. Zeichnet sich hier womöglich ein neuer Einbruchstrend ab?

„Wie es aussieht, haben für manche Einbrecher Kuhfuß, Ziehfix und nachgemachte Schlüssel ausgedient.“: Mit dieser Aussage eröffnete die Bild-Zeitung sozusagen am 3. Januar den Reigen der Meldungen über die neuesten Trends bei Sicherheitsrisiken. Unter der Überschrift „Die ätzende Masche der Einbruchs-Mafia“ ging es um Einbruchsversuche, bei denen Salpetersäure offenbar in Schlosszylinder injiziert wird. Gewisse Säuren können, das ist unbestritten und weiß jeder Münzhändler, der Echtheitsprüfungen durchführt, Metall auflösen, sogar Gold und Platin. Somit dürften sie wohl auch Schlosszylindern gefährlich werden.

Allerdings muss die Bildzeitung einräumen, dass der von ihr beschriebene Einbruchsversuch nicht gelungen war. Einen Tag später warnte das Landeskriminalamt Niedersachsen vor Einbrüchen mit Salpetersäure. Es handelte sich dabei weniger um eine Security- als um eine Safetywarnung. Das heißt, die Polizei warnte die Bevölkerung primär vor den von der Salpetersäure ausgehenden Gesundheitsgefahren.

Deshalb fragten wir offiziell und spontan bei verschiedenen Herstellern von Schlosszylindern nach deren Einschätzung des Gefahren-potenzial an, nach möglichen Empfehlungen für Präventionsmaßnahmen und nach geplanten Produktänderungen. Wir erhielten entweder gar keine Antwort oder eine Absage, man könne diese Fragen so kurzfristig nicht beantworten. Zugegeben, wir haben auch einen extrem engen Zeitrahmen zur Beantwortung unserer Presseanfrage vorgegeben (von Mittwoch auf Montag der Folgewoche). Aber eine Eingangsbestätigung à la „Danke, wir kümmern uns später darum“ sollte doch eigentlich selbstverständlich sein.

Umso mehr freute uns die Antwort der EVVA Sicherheitstechnologie GmbH aus Wien. Herbert Maté, dort, Abteilungsleiter Business Solution Management, verwies auf die geringe Erfolgsquote der Säureangriffe: Von rund 20 Einbruchsversuchen (in Wien) hätten nur zwei zu Einbrüchen geführt. Und bei den zwei gelungenen sei zusätzlich Gewalt angewendet worden. Präventions- bzw. Abwehrmaß-nahmen bei dieser Art des Angriffs zu empfehlen, hält er für sehr schwierig. Er begrüßt den Präventionsansatz der Polizei, vor allem vor einer möglichen Verletzungsgefahr zu warnen. Man habe in einem Prüflabor eigene Tests durchgeführt. Deren Ergebnisse zeigten, dass ein Überwinden des Schließzylinders durch Säure und Gewalt dabei grundsätzlich ausgeschlossen werden könne. Auch habe EVVA standardisiert in seinen aktuellen mechanischen Schließsystemen technische Vorkehrungen getroffen, die ein Überwinden eines zerstörten Zylinders verhinderten. Diese Gelassenheit deckt sich mit weiteren Hinweisen aus informellen Kanälen des Sicherheits-Berater zu Herstellern und klingt sehr nach Entwarnung. Hoffentlich bleibt es dabei.

Schwerpunkte:

Ausgabe 4/2023

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